Warum lieben Sie die Fans, Glauber Berti?

»Jubel bei jeder Ballberührung«

Glauber Berti spielte nur sieben Minuten für Man City - und wurde als »Invisible Man« gefeiert. Hier spricht er über seine Zeit in Manchester, den Pokalsieg mit Nürnberg und Hans Meyer.

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Glauber Berti, welche Erinnerungen haben Sie an den 1. FC Nürnberg?
Es war eine großartige Zeit, vielleicht sogar die beste meiner Karriere. Alles hat zu 100 Prozent gestimmt, ich bin jeden Tag mit guter Laune zum Trainingsplatz gegangen. Das lag auch an der unglaublichen Gemeinschaft innerhalb der Mannschaft. Ich habe sehr viele Freunde fürs Leben gefunden.

Mit wem kamen Sie besonders gut aus?
Javier Pinola ist ein sehr enger Freund. Ich habe ihn vor eineinhalb Jahren besucht, da war ich zwei Tage lang wieder in Nürnberg. Das hat sich sehr gut angefühlt. Aber ich habe mich auch sehr gut mit dem Teamkoordinator Boban Pribanovic oder Manager Martin Bader verstanden. In der Mannschaft waren es vor allem mein Abwehrkollege Andreas Wolf oder unser Torwart Raphael Schäfer, die mir bei Verständnisproblemen geholfen haben.

Wie kamen Sie mit dem Trainer Hans Meyer zurecht?
Ich habe nicht alles von seinen Ansprachen verstanden, aber Hans Meyer kann mit einfachen, klaren Sätzen etwas auf den Punkt bringen. Also habe ich auch sehr viel von ihm gelernt. Ich würde sogar sagen, dass er eine der wichtigsten Personen in meiner Karriere war.

In Deutschland ist er für seinen spitzfindigen Humor bekannt. Haben Sie seine Witze verstanden?
Nein, oft mussten Javier Pinola oder die anderen einen Spruch im Nachhinein erklären. Doch Hans Meyer hat einen Satz wiederholt, den ich noch heute im Kopf habe: (spricht erstmals auf deutsch) Ich glaube an Glauber.

Meyer neigte auch zu unorthodoxen Methoden. Im DFB-Pokal 2007 wechselte er unmittelbar vor dem Elfmeterschießen den Torwart, Daniel Klewer kam für Raphael Schäfer. Wie haben Sie das als Mitspieler empfunden?
Ich wusste aus dem Training, wie gut Daniel Klewer bei Elfmetern war. Nach jeder Einheit wollte er das üben und hatte dabei schlicht eine unglaubliche Quote. Von daher konnte ich die Entscheidung schon nachvollziehen. Wenn ich heute so darüber nachdenke, dann war das ein Sinnbild für unser Team: Wenn ein Freund etwas Hilfe brauchte, ist jemand anderes für ihn eingesprungen. Klewer hat Schäfer komplettiert, so würde ich es ausdrücken.

Sie holten mit dem FCN den DFB-Pokal. Wie verlief die Feier danach?
Oh mein Gott, das war der Wahnsinn. Das Beste war, im Cabrio durch Nürnberg zu fahren und in all die freudigen Gesichter der Menschen zu blicken. Da habe ich gemerkt, wie viel dieser Sieg unseren Fans bedeutete.

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