25.03.2014

Warum hat Pep Guardiola Angst vor der Bierdusche, Thomas Hayo?

»Weißbier kann niemanden entstellen!«

Thomas Hayo sitzt normalerweise in der Jury unserer Lieblingssendung »Germany's Next Topmodel«. Außerdem ist er glühender Anhänger des FC Bayern. Grund genug ihn vor der anstehenden Meisterfeier des FCB zu fragen: Kann der Trainer-Dressmann Pep Guardiola auch nach einer Weißbierdusche seine Würde bewahren?

Interview: Benjamin Kuhlhoff Bild: Imago

Thomas Hayo, Sie sind als eingefleischter Bayern-Fan und Mitglied der Jury bei »Germany's Next Topmodel« unser Experte für die schönen Dinge im Fußball. Was freut Sie eigentlich mehr: Dass der FC Bayern den angeblich besten Übungsleiter der Welt oder auch einen echten Dressman in seinen Reihen hat?
Ich lebe schon lange in New York und gucke deswegen zwangsläufig sehr viel internationalen Fußball. Durch seine Leistungen beim FC Barcelona wurde mir die Magie von Pep Guardiola als Trainer immer bewusster. Nachdem die Bayern Jupp Heynckes in den Ruhestand entlassen haben, gab es deswegen nur eine logische Steigerung für den Trainerposten – und das war Pep Guardiola. Dass der Mann auch fashionmäßig ein absoluter Experte ist, ist ein zusätzlicher Bonus, den ich sehr wohlwollend zur Kenntnis nehme.

Ist er denn der bestangezogene Coach der Welt?
Es gibt ein paar wenige Trainer, die ihm Konkurrenz machen. Aber es fällt auf, dass er ein sehr gutes Auge für Mode hat. Er spielt auch in diesem Punkt auf einem anderen Level. Es ist schon selten, dass man einen so hervorragenden Fußballexperten hat, der auch modisch ein absoluter Trendsetter ist. Und das nicht erst seit gestern.

Wer macht ihm in der Bundesliga Konkurrenz?
Das ist schwierig. Jürgen Klopp macht zumindest in seinem Champions-League-Anzug eine ganz gute Figur.

Die Zeiten von Ballonseide-Trainingsanzügen und karierten Sakkos an der Seitenlinie scheinen ohnehin vorbei. Gibt es eine Trainer-Modesünde die Sie dennoch ein bisschen vermissen?
An Udo Latteks blauem Wollpullover kann man nichts Negatives finden. Der hat auch als Talisman bestens funktioniert. Erich Ribbecks Steppjacke gehört irgendwie ebenso zur Bundesliga-Historie, selbst wenn man eher ungern daran zurückdenkt. Ob man den ausgebeulten Hut von Klaus Schlappner überhaupt gebraucht hat, wage ich aber zu bezweifeln.

Setzt Pep Guardiola mit seinem Stil eigentlich die Trainer-Konkurrenz unterbewusst modisch unter Druck?
Das mag sein. Aber als Zuschauer kann man doch froh sein, dass übergroße Trainingsanzüge und grelle breite Krawatten mittlerweile in der Kabine bleiben. Guardiola trägt körperbetonte Schnitte aus feinstem Stoff, dazu handgemachte Schuhe. Das ist modisch absolute Weltklasse. Er zeigt auch den Kollegen, dass es nicht nur darauf ankommt, überhaupt einen Anzug zu tragen. Er muss auch sitzen. Dass er sich offenbar auch vor dem Kleiderschrank sehr viele Gedanken macht, ist eine Eitelkeit, die ich absolut okay finde.

Hätte Guardiola auch als Männermodel Karriere machen können?
Dafür reicht es eventuell nicht ganz. Ich weiß aber, dass er schon für einen befreundeten Designer über den Laufsteg gegangen ist. Dabei ist er nicht negativ aufgefallen. Ich bin aber froh, dass er kein Model geworden ist.

Warum das?
Es gibt genügend Models, die besonders sind, aber eben nur ganz wenige außergewöhnliche Trainer. Zum Glück für Bayern und den Fußball insgesamt hat er den richtigen Berufsweg eingeschlagen.

Pep Guardiola hat nun angekündigt, sich der traditionellen Weißbierdusche bei der anstehenden Meisterfeier in Berlin zu entziehen. Kann einen Mann wie ihn ein Bad in Weizen und Malz überhaupt entstellen?
Ein ordentliches Weißbier kann niemanden entstellen! (lacht) Da muss er auch mal über seinen Schatten springen und notfalls klebrig und stinkig zur Pressekonferenz gehen.

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