25.02.2011

Vor dem Spiel FC Bayern gegen Borussia Dortmund

Teddy de Beer: »Man will uns nervös machen«

Es ist DER Klassiker der jüngeren Bundesligageschichte: Am Samstag um 18:30 Uhr empfangen die Bayern Borussia Dortmund. BVB-Torwarttrainer Wolfgang »Teddy« de Beer weiß, wie man Meister wird. Uns verrät er das Geheimnis.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Teddy de Beer, herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft.

Teddy de Beer: Nein, nein, das ist zu früh. Wir haben noch elf Spieltage vor uns.

Sagen Sie jetzt bitte nicht, dass der BVB von Spiel zu Spiel denken muss.

Wolfgang de Beer: Was denn sonst? Wenn wir jetzt schon über die Meisterfeier nachdenken, besteht die Gefahr, dass der Blick auf das Hier und Jetzt nicht konzentriert genug ist.



Stört es Sie, dass der BVB schon als sicherer Meister ausgerufen wird?

Teddy de Beer: Die Konkurrenz, speziell der FC Bayern, möchte uns durch solche Aussagen in Sicherheit wiegen. Es ist normal, dass man uns jetzt nervös machen will. So ist das Geschäft.

Und, gibt es Unruhe?

Teddy de Beer: Intern herrscht Ruhe. Warum sollte man auch bei diesem Vorsprung nervös werden? Aufregung kommt nur von Außen. Wir haben vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli zweimal unentschieden gespielt. Schon konnte man von einer Krise beim BVB lesen. Vielleicht ist das ein Versuch, die Meisterschaft spannend zu schreiben.

Am Samstag steht das Spitzenspiel gegen den FC Bayern München an. Ist diese Partie der Schlüssel zur Meisterschaft?

Teddy de Beer: Sollten wir das Spiel verlieren, haben wir immer noch sieben Punkte Vorsprung auf Leverkusen und zehn auf die Bayern. Spiele gegen die direkten Konkurrenten sind nie entscheidend für die Meisterschaft.

Sondern?

Teddy de Beer: Wichtig sind die Dreier gegen Vereine wie St. Pauli. Diese Punkte machen ein Team zum Meister. Das ist auch das Problem des FC Bayern. Wer nach einer 2:0-Führung in Köln noch verliert, hat es am Ende schwer ganz oben zu stehen.

Eine Partie gegen die Bayern ist aber doch trotzdem immer ein wichtiges Spiel, oder?

Teddy de Beer: Sicher. Das ist ein Spitzenkampf, der europaweit Aufmerksamkeit erregt.

Ist es ein besonderes Vergnügen für Sie, dass der BVB mit vor der Saison unbekannten Spielern wie Mario Götze oder Shinji Kagawa so erfolgreich ist und vor dem namhaft besetzten FC Bayern steht?

Teddy de Beer: Die gewonnenen Punkte am Samstag würden mir mehr Vergnügen bereiten. Außerdem können unsere Jungs nichts dafür, dass niemand so viel Geld für sie ausgeben möchte wie für einen Arjen Robben, Franck Ribéry oder Mario Gomez. Sportlich sind sie gleichwertig.

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