Van Hoogdalem über Schalke-Bayern 2002

»Ich danke Effenberg«

Ein dreiviertel Jahr nach dem dramatischen Meisterschaftsfinale 2001 standen sich Schalke und Bayern im Pokalhalbfinale gegenüber. Marco van Hoogdalem schoss S04 mit einem Traumtor auf die Siegerstraße. Wir sprachen mit ihm. Van Hoogdalem über Schalke-Bayern 2002

Marco van Hoogdalem, welche Erinnerungen haben Sie an das Pokalhalbfinale zwischen Schalke und dem FC Bayern aus dem Jahr 2002?

Da fällt mir spontan natürlich mein Tor zum 1:0 in der Verlängerung ein. Und dieser unglaubliche Jubel nach dem Spiel. Denn es kommt nicht oft vor, dass man zweimal hintereinander in so kurzer Zeit die Bayern schlägt. In der Liga hatten wir sie zuvor mit 5:1 besiegt. Diese beiden Siege werden mir immer im Gedächtnis bleiben.

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Ihr Tor fiel nach einer Ecke, Sie lauerten am 16-Meter-Raum und haben von dort aus einen Abpraller verwertet. War es so abgesprochen, dass Sie dort stehen?

Ich sollte schon auf die Abpraller warten. Aber ich muss Effenberg danken, dass er den Ball nach der Ecke von Jörg Böhme so gut abgelegt hat. Der Ball flog direkt vor meine Füße und ich habe ihn super getroffen.

Der Ball schlug unhaltbar neben Kahn im Eck ein.

(lacht) Der Ball war selbst in der Zeitlupe noch schnell.

Sie haben Stefan Effenberg angesprochen. Während des Spiels sind sie beide sehr oft aufeinander getroffen. Nach dem Spiel haben Sie mit ihm das Trikot getauscht, gab es da noch einen kurzen Wortwechsel?

Nein. Das Trikot von Effenberg wollte mein Bruder haben, deswegen habe ich das für ihn gemacht.

War das Spiel gegen die Bayern auch deswegen so besonders, weil ein dreiviertel Jahr vorher die Bayern den Schalkern die Meisterschaft entrissen hatten?

Nein, es ging allein darum, ins Pokalfinale einzuziehen und damit die Teilnahme am europäischen Wettbewerb zu sichern. Um Rache oder so etwas ging es nicht. An diesem Abend hätte es jeder Gegner ganz schwer gegen uns gehabt. Wir waren motiviert bis unter die Haarspitzen.


Dabei war zu dieser Zeit eigentlich schon klar, dass Huub Stevens als Trainer im Sommer gehen würde. Hat dies die Mannschaft gar nicht belastet?

Für mich und viele andere war Huub ein besonderer Trainer. Viele sagen, dass es wohl immer nur nach seinen Regeln gehen würde. Doch das kann ich nicht sagen. Klar legt er Wert auf Disziplin, aber das ist auch die Grundlage für Erfolg im Fußball. Die Mannschaft stand hinter ihm und gerade in diesem Spiel gegen die Bayern haben wir auch für unseren Trainer gespielt.

Verfolgen Sie heute auch noch den Weg des FC Schalke?

Am Wochenende schaue ich immer sofort darauf, was Schalke gemacht hat. Es wird Zeit, dass sie sich die Meisterschaft holen. Ich habe es vier Minuten miterlebt, wie es ist, mit Schalke Meister zu werden. Nun müssen sie die Schale endgültig ergreifen.

Und was ist bei dem Pokalspiel gegen die Bayern für Schalke drin?

Es ist ähnlich wie 2002, Bayern ist Favorit. Aber Bayern hat heute noch mehr individuelle Qualität, zudem haben sie mit van Gaal einen sehr guten Trainer. Man weiß es nicht, ich werde mir das Spiel auf jeden Fall auf der Tribüne anschauen und freue mich riesig.

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