19.01.2010

Uwe Gospodarek über die 96-Krise

»Nicht zu viel denken«

Uwe Gospodarek hätte es auch leichter haben können, doch jetzt spielt er bei Hannover 96. Der 36-jährige Torwart im Exklusiv-Interview über seine Zukunft auf der Ersatzbank und die Entlassung von Trainer Andreas Bergmann.

Interview: Alex Raack Bild: Imago
Uwe Gospodarek, seit der Winterpause sind Sie bei Hannover 96 unter Vertrag. Hätten Sie sich nicht einen einfacheren Klub auswählen können?

Sicher ist es eine Herausforderung bei 96 zu spielen, aber ich bin froh, überhaupt wieder bei einem Erstligaverein arbeiten zu dürfen. Nach meiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach hatte man mich ja quasi abgeschrieben. Ich war aber nie weg, ich habe nur keinen Verein gefunden!



Es war auch der Trainer Andreas Bergmann, der Sie aus der Versenkung geholt hat. Der wurde am Dienstag entlassen. Was bedeutet diese Personalie für Sie persönlich?

Ich weiß nicht, warum ich mir darüber Gedanken machen soll. Das ändert nichts an meiner Einstellung und meinen Zielen mit 96. Wir warten jetzt ab, wer der neue Trainer wird und dann konzentrieren wir uns wieder auf den Abstiegskampf.

War Bergmann nicht der richtige Mann für den Job in Hannover?

Dafür bin ich noch nicht lange genug hier, um das beurteilen zu können.

Man hat Ihm immer vorgeworfen, er sei ein Jugendtrainer und nicht in der Lage eine Profimannschaft zu führen. Sehen Sie das genauso?

Das hat damit nichts zu tun. Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil. Und einige haben eben das Glück, damit erfolgreich zu sein, andere nicht. Andreas Bergmann ist ein neuer  Bundesliga-Trainer und genau wie junge Spieler das tun, wird er aus seinen Fehlern nur lernen können.

Welcher Trainer hat den richtigen Stil, um Hannover jetzt im Abstiegskampf zu helfen?

Wer Trainer in Hannover wird, ist fast zweitrangig, es geht darum, dass die Mannschaft wieder in die Spur kommt und Erfolgserlebnisse feiern kann. Egal wer als Trainer verpflichtet wird: Umsetzen müssen es wir als Spieler auf dem Platz. Wer das nicht schafft, für den gibt es die Ersatzbank.

Sie sind offiziell nur als zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz verpflichtet worden. Bedeutet dieser Trainerwechsel nicht auch eine neue Chance für Sie?

Unabhängig von dem Trainerwechsel und meiner Rangfolge im Tor war und bin ich schon immer ein Typ, der im Training so hart und intensiv wie möglich arbeitet. Ob ich nun Stammspieler bin oder auf der Bank sitze, ändert nichts an meiner Einstellung im Training. Was dann draus wird kann ich sowieso nicht beeinflussen, ich kann mich nur jeden Tag anbieten, mehr nicht.

Die klare Nummer Eins in Hannover ist ohne Zweifel Florian Fromlowitz. Wie schätzen Sie Ihren Kollegen ein?

Er ist ein junger Torwart, auf dem jetzt die Last der Stammposition lastet. Als Robert Enke verletzt war, wusste Flo, dass Robert nach seiner Rückkehr auf jeden Fall wieder in der ersten Mannschaft stehen würde. Jetzt ist er die klare Nummer Eins, und natürlich bedeutet das als Keeper viel mehr Druck. Diese Belastung muss er abschütteln. Als Torwart darfst du eh nicht zu viel denken.

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