Uli Borowka über Alkohol und das Nordderby

»Ich muss täglich aufpassen«

Uli Borowka machte fast 400 Bundesligaspiele für Werder und Gladbach, gewann den Europacup der Pokalsieger und wurde mehrfach Deutscher Meister – trotz seiner Alkoholabhängigkeit. Wie geht es ihm heute? Uli Borowka über Alkohol und das Nordderby

Herr Borowka, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich bin bei mir zu Hause in Berlin, wo ich mit meiner Frau und meiner 15 Monate alten Tochter lebe und eine kleine Sportmarketingfirma betreibe. Ansonsten organisiere ich Fußballcamps für Kinder.

Seit zehn Jahren leben Sie bereits in Berlin. Gehen Sie hin und wieder zu Hertha ins Olympiastadion?


Nein. Wenn ich Zeit habe, rufe ich meinen Freund Christian Beeck an und gehe zu Union.

Sie sind Alkoholiker. Wie gehen Sie mit dieser Krankheit um?


Meine Alkoholkrankheit gehört, wie alle Höhen und Tiefen, zu meinem Leben dazu. Im Jahr 2000 habe ich eine Therapie gemacht und bin jetzt zehn Jahre trocken.

Wie groß ist die Gefahr, rückfällig zu werden?


Die Gefahr ist immer da. Es ist ja eine schleichende Krankheit. Es kommt wirklich darauf an, wie ich damit umgehe. Es gab einige schwierige Situationen. Etwa, als mein Vater gestorben ist. Aber mit einem großen Willen und viel Ehrgeiz bin ich auch darüber hinweggekommen. Allerdings muss ich täglich aufpassen, dass ich mich nicht in Situationen begebe, die schlecht für mich sind. Deshalb esse ich nicht mal Schwarzwälder Kirschtorte.

Sie waren Nationalspieler, haben mit Bremen Titel gewonnen. Fragen Sie sich, ob Sie ohne das Trinken noch mehr hätten erreichen können?


Nein, denn ich habe für meine Verhältnisse, mit weit weniger Talent als viele andere, verdammt viel erreicht. Ich bin mehr als froh über das, was ich habe, und bin mit mir persönlich im Reinen.

Am Sonnabend spielt Bremen beim HSV. Sie haben für Werder selbst einige Derbys gespielt, welches ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?


Das Spiel, in dem sich Ditmar Jakobs so schwer verletzt hat, als er sich in einem defekten Karabinerhaken der Toraufhängung verfangen hatte. Ich habe schnell gewusst, dass etwas Schlimmes passiert ist, aber nie gedacht, dass er daraufhin seine Karriere beenden muss.

Was erwarten Sie von den Bremern gegen den HSV?

Ich erwarte, dass sie anders auftreten als gegen Hannover. Ich gehe davon aus, dass es Werder in Hamburg besser macht und gewinnt.

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