Torhüter Jakob Hansen über sein Fallrückzieher-Tor

»Mir blieb keine andere Wahl«

Jakob Køhler Hansen ist Torhüter beim BK Frem Kopenhagen und seit kurzem ein Held: Er traf in der Nachspielzeit des Drittliga-Spiels gegen Birkerød per Fallrückzieher. Wir sprachen mit Hansen über den Treffer und was seine Vergangenheit als Kunstturner damit zu tun hat.

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Jakob Køhler Hansen, Sie haben als Torhüter ein Fallrückzieher-Tor erzielt, das derzeit um die Welt geht. Wie kam es zu diesem Treffer?


Wir lagen gegen Birkerød bis in die Schlussphase mit 0:1 zurück. Ich fragte meinen Trainer bereits nach 88 Minuten, ob ich mit nach vorne gehen darf, um mitzuhelfen, den Ausgleich doch noch zu erzielen. Doch er verbat es mir. In der Nachspielzeit war es mir dann egal, da habe ich ihn erst gar nicht mehr gefragt, sondern bin einfach mit nach vorne gerannt. 



Und dann segelte schon die Flanke in den Strafraum, die Sie technisch einwandfrei verwerteten.
Vielen Dank für das Kompliment! Mir blieb aber fast keine andere Wahl, als den Ball auf diese Art und Weise zu verwandeln.



Wie meinen Sie das?


Ich bin kein guter Kopfballspieler. Dafür habe ich eine gute Sprungkraft und eine passable Technik. Anstatt also zum Kopfball zu gehen, bin ich lieber ein paar Meter höher gesprungen.



Nach Ihrem Treffer setzten Sie noch einen Flickflack obendrauf. Haben Sie in den vergangenen Jahren nichts anderes gemacht, als den Jubel für ein Traumtor einzustudieren, das Sie eventuell nie erzielt hätten?


(lacht) Nein, das kann ich erklären. Ich habe früher viel Gymnastik gemacht und gehörte als Kunstturner auch einem Showteam an. Wir hatten Auftritte in ganz Europa, in Spanien und Belgien waren wir besonders oft unterwegs. Auch auf der EXPO 2000 in Hannover traten wir am dänischen Stand auf. Mit 14, 15 habe ich mich dann für den Fußball entschieden, weil die Doppelbelastung mit der Zeit zu viel für meine Knie gewesen wäre. Aber wie man einen Flickflack macht, werde ich nie vergessen.



Jetzt konnten Sie ihn endlich auch mal auf dem Fußballplatz vorführen.
Davon habe ich immer geträumt. Wenn meine Kollegen ein Tor erzielten, zuckte es schon immer, doch so etwas muss man sich natürlich für einen eigenen Treffer aufheben. 


Wie lief die Party nach Ihrem Supertor?


Wir haben ein bisschen in der Kabine gefeiert, aber nicht übertrieben. Da habe ich dann auch erfahren, dass es ein Video meines Treffers gibt. Darüber bin ich sehr dankbar.

Der Youtube-Clip zu Ihrem Treffer steht zwei Tage nach Veröffentlichung bereits bei weit über 100.000 Klicks. Haben Sie von dieser Popularität auch etwas gespürt?


Dank des Tors stehe ich in Dänemark im Fokus. Sogar ein Fernsehteam hat schon angefragt und will einen Bericht über mich drehen. Aber auch aus dem Ausland melden sich Leute. Einem Radiosender aus Barcelona habe ich gerade eben noch ein Interview gegeben.

Und fühlt es sich gut an, so im Rampenlicht zu stehen?


Für seine fußballerischen Taten gewürdigt zu werden, daran könnte man sich schon gewöhnen. Ich bin aber immer noch Torhüter, kein Torjäger. In der Zukunft wäre es mir lieber, über meine Taten im Tor befragt zu werden, nachdem ich dort hoffentlich einen guten Job gemacht habe.

Sie sind 24 Jahre alt und spielen in der dritten dänischen Liga. Kann dieses Tor Ihrer Karriere noch einmal einen Ruck geben?


Das hoffe ich sehr. Ich bin davon überzeugt, dass ich ein guter Torhüter bin und habe mir zum Ziel gesetzt, in den nächsten zwei Jahren noch ein paar Ligen aufzusteigen. Jetzt schauen mir ein paar Leute mehr zu. Wenn ich überzeuge, kann es noch klappen. Vielleicht ja auch mit BK Frem. Schließlich sind wir nach fünf Spielen immer noch ungeschlagen.


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