09.12.2010

Toni Polster über Toni Polster

»Ich bin kein Oberlehrer«

In 181 Bundesligaspielen für den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach schoss er sagenhafte 90 Tore. Im Interview mit 11FREUNDE verrät Toni Polster, warum er der perfekte Trainer für den 1. FC Köln wäre.

Interview: 11Freunde Bild: imago

Toni Polster, Sie waren am vergangenen Wochenende in Köln. Haben Sie sich mit Wolfgang Overath unterhalten?

Nein, wieso?

In den Kölner Fan-Foren fällt immer Ihr Name, wenn es um die Neubesetzung des Trainerstuhls oder den Nachfolger von Michael Meier geht.

Feststeht: Würde ich beim FC arbeiten, käme zusammen, was zusammen gehört. Wir haben aber keine Verhandlungen geführt.



Welche Aufgaben könnten Sie beim 1. FC Köln übernehmen?

Ohne falsche Bescheidenheit: Ich habe eine wunderbare Ausbildung und könnte als Trainer, als Sportdirektor oder im Marketing arbeiten.

Was würden Sie sich wünschen?

Ich bin ein Trainer. Eine Mannschaft nach meinen eigenen Vorstellungen auszurichten und sie weiterzuentwickeln, reizt mich. Ich gebe eine Taktik vor und sehe, wie das Team sie umsetzt. Das macht einfach Spaß. Ich habe es beim LASK Linz erlebt.

Sie haben dort die Junioren trainiert...

... und zu der Entwicklung der Jungs beigetragen. So etwas mitzuerleben ist wunderschön. Ich habe in nur einem Jahr sechs Spieler in die erste Mannschaft vom LASK gebracht.

Trotzdem haben Sie letzte Woche Ihren Job verloren.

Dem Verein geht es finanziell nicht gut, deshalb sollte ich eingespart werden. An meinen Leistungen als Junioren-Trainer lag es mit Sicherheit nicht. Wie gesagt, es haben sechs Spieler den Sprung in die erste Mannschaft geschafft.

Qualifiziert Sie Ihre Arbeit als Jugendtrainer für einen Job in der Bundesliga?

Ich muss immer lachen, wenn mir gesagt wird: Dir fehlt die Erfahrung. Eine solche Aussage ist nur bis zu einem gewissen Grad gültig. Ich habe mein ganzes Leben Fußball gespielt, war 20 Jahre Profi und habe 95 Länderspiele.

Sind ehemalige Profi-Fußballer die besseren Trainer?

Ich glaube schon. Wenn ein Spieler sich nicht nur auf seinen Lorbeeren ausruht, die Ärmel hochkrempelt und sich ständig weiterentwickeln möchte, dann ist er der bessere Trainer. Als Ex-Profi hat man einen Wissensvorsprung gegenüber Trainern, die keine aktiven Fußballer waren.
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