16.04.2008

Thorsten Legat im Interview

»Ich würde Advocaat holen«

Ausnahmezustand auf Schalke: Slomka ist nicht mehr im Amt, die Eurofighter sind zurück. Wozu das alles? Wir sprachen mit S04-Kenner Thorsten Legat über Sinn und Unsinn des Trainerwechsels, Schnusenberg und den neuen starken Mann.

Interview: Gereon Detmer Bild: Imago
Herr Legat, war es ein Fehler, Mirko Slomka zu entlassen?

Die Verantwortlichen haben natürlich bestimmte Ziele vor Augen, das ist ganz klar. Aber Mirko Slomka hat sicherlich gute Arbeit geleistet. So wie es dann zu der Entlassung gekommen ist, muss irgendetwas vorgefallen sein. Ich hätte diesen Schritt jedenfalls nicht gemacht.



Sie glauben also, dass es einen auslösenden Moment gab?

Ich glaube nicht, dass das Ausscheiden in Barcelona oder das 1:5 in Bremen letztlich der Auslöser war. Aber vielleicht hat man das zum Anlass genommen, um zu sagen, jetzt gehen wir getrennte Wege.

Hat die öffentliche Demontage des Trainers der Mannschaft geschadet?

Ich verfolge das jetzt schon seit einiger Zeit, seit es die Kritik an Mirko Slomka aufgekommen. Und man konnte schon an der Reaktion der Spieler in Interviews sehen, dass sie mit ihrem Trainer gelitten haben. Ich glaube, dass die Spieler Mirko Slomka als Trainer gerne behalten hätten. Aber man kennt natürlich auch das Geschäft. Und ein Verein trennt sich lieber von einem Trainer als von acht, neun Spielern.

Wäre das unter dem Manager Rudi Assauer auch passiert?

Ich weiß es nicht. Andreas Müller hat jetzt die Verantwortung auf dieser Position, und er hat seine Sache bisher sehr gut gemacht.

Was halten Sie von Josef Schnusenberg?

Ich habe ihn als sehr positiven Menschen kennen gelernt. Ich hatte nie Probleme mit ihm, er hat immer einen sehr sympathischen Eindruck auf mich gemacht. Außerdem ist er Schalker durch und durch. Ich kann nichts Negatives über ihn sagen.

Die öffentliche Kritik an Slomka war also richtig?

Leute wie er, die eine gewisse Funktion haben, müssen natürlich auch eine Meinung vertreten. Ob er diese Meinung über die Medien transportieren will, muss er selber wissen. Fakt ist, dass sich ein Spieler eine solche öffentliche Kritik nicht hätte erlauben können.

Was halten Sie von dem Duo Büskens/Mulder?


Dass den beiden das Vertrauen ausgesprochen wurde, hat mich nicht gewundert. Beide sind Schalker Ikonen, die auf dem Spielfeld immer vorbildlichen Einsatz gezeigt haben. Wenn man solchen Leuten, die das Umfeld und die Leute kennen, die Chance gibt, sich zu beweisen, ist das die richtige Entscheidung. Und ich sage ihnen, die beiden werden es durch ihre Art, mit einer Mannschaft und einzelnen Spielern umzugehen, schaffen, die Schalker Ziele zu erreichen.

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