Was sind denn konkret die Aufgaben, die nach dem Weggang von Klaus Allofs nun von Ihnen übernommen werden?Ich kümmere mich bei den Spielern nicht mehr nur darum, dass sportlich alles passt, sondern auch um alle anderen Dinge. Und bezüglich des Vereins liegt mein Schwerpunkt nicht mehr nur auf dem tagesaktuellen Geschäft, sondern auch verstärkt auf planungstechnischen und strategischen Elementen der Klub-Arbeit. Das versuche ich, in Abstimmung mit Frank Baumann (seit November 2012 Direktor Profifußball und Scouting), erfolgreich umzusetzen.
Bis der neue Geschäftsführer Fußball, Thomas Eichin, bei Werder seine Arbeit beginn bzw. sich eingearbeitet hat, sind Sie auch hauptverantwortlich für mögliche neue Transfer beim SVW. Wie versuchen Sie eigentlich – das Sportliche und Finanzielle mal ausgeklammert – einen potentiellen Neuzugang vom Dasein als Profifußballer in Bremen zu überzeugen? Geben Sie Stadtführungen?Das nicht, aber ich versuche, dem Spieler die Stadt, den Verein und die Geschichte, die Werder in dieser Stadt spielt, schmackhaft zu machen. Ich erzähle ihm von den Erfolgen des Vereins, von seiner Geschichte, von den Fans – aber auch davon, wie liebenswürdig, offen und schön Bremen ist. Wie hoch der Wohlfühlfaktor in dieser Stadt ist. Aber letztlich muss man Fußballer doch mit den sportlichen Argumenten beeindrucken können.
Sie leben seit 1965 in Bremen. Welcher Ort ist Ihnen, abgesehen vom Weserstadion, in der Stadt am liebsten?Sicherlich der Bürgerpark, ein wunderschöner und ganz außergewöhnlicher Park mitten in der Stadt. Dort steht auch das Parkhotel, in dem wir uns vor Heimspielen immer einquartieren.
Das heißt, wenn man Glück hat, kann man Sie vor Ablauf der Wintertransferperiode mit einem möglichen Neuzugang durch den Bürgerpark spazieren sehen und über die Meisterschaften von 1988, 1993 und 2004 reden hören?(lacht) Das nicht. Aber vielleicht wird derjenige dann für eine Nacht den Service des Parkhotels genießen können.
Ihr zukünftiger Trainerkollege, Pep Guardiola, hat schon während seiner Anfangszeit beim FC Barcelona davon gesprochen, dass er einen so intensiven Job maximal drei Jahre ausüben können. Letztlich waren es vier. Sie sind bereits seit 1999 Cheftrainer bei Werder Bremen. Wie halten Sie das aus?Ich überprüfe mich ständig und habe mir in den all den Jahren auch immer wieder Freiräume geschaffen. Natürlich spüre ich die Belastungen des Jobs, gerade nach dem Ende einer Hinrunde oder einer Saison. Die Kunst ist es, die wenigen und kurzen Freiräume so zu nutzen, dass die Belastungen nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Ich gebe zu: Das gelingt nicht immer.
Am Wochenende trifft Werder auf den HSV. Welches Derby ist Ihnen noch ganz besonders in Erinnerung?Mein Problem ist, dass ich einfach schon zu viele Nordderbys erlebt habe, irgendwann habe ich die Übersicht verloren. Also freue ich mich immer wieder erneut auf jedes Derby, denn die Stimmung in solchen Spielen ist einzigartig. Ich hoffe, dass wir den Fans auch am Sonntag ein Spektakel bieten können.