TeBe unterstützt ein Kulturzentrum

»Nackt ist echt beschissen!«

TeBe unterstützt ein Kulturzentrum

Christian Rudolph, Sie sind einer der Initiatoren von »We save TeBe«. Wer und was steckt dahinter?

»We save TeBe« ist eine rund 30 Mann starke Fan-Initiative, die sich im September letzten Jahres gegründet hat. Damals ging es dem Verein schon recht schlecht. Da haben wir beschlossen, dass wir etwas tun müssen. Allerdings wurde uns relativ schnell klar, dass wir die finanziellen Probleme des Vereins nicht aus der Welt schaffen können. Aber: Wir können für Aufmerksamkeit sorgen!

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Der »Schokoladen« ist ein alternatives Kulturzentrum in Berlin, das in den letzten Jahren immer wieder um seine Existenz kämpfen musste. Nun ziert sein Logo die Brust der »Veilchen«. Wie kommt’s?

Der Kontakt zum »Schokoladen« bestand schon länger – allerdings nicht von Vereinsseite, sondern über die Fans. Die Verdrängungen alternativer Kultur und speziell das Schicksal des »Schokoladens« sind in Berlin momentan sehr aktuelle Themen. Als dann bei TeBe die Sponsoren abgesprungen sind, kam uns die Idee, den »Schokoladen« zu unterstützen und als »Trikotsponsor« einzusetzen. Denn nackt in die Saison zu gehen, ist einfach echt beschissen.

Gab es keine Vorurteile? Fußball und alternative Kultur sind nicht unbedingt die besten Freunde!

Nein, eigentlich nicht. Der »Schokoladen« und die Fanstruktur von TeBe, das passt schon gut zusammen. Die Leute vom »Schokoladen« fanden es erstmal ein bisschen abstrakt, sowas hat es bis jetzt einfach noch nicht gegeben. Der TeBe-Vorstand war dagegen sofort begeistert. Das Trikot ist einfach eine super Möglichkeit, den Neuanfang zu unterstreichen.

Ist schon ein »richtiger« Trikotsponsor in Sicht?

Nein, in der momentanen Situation ist das etwas schwierig. Die neuen Verantwortlichen hatten gerade mal sechs Wochen Zeit sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, die haben sozusagen bei »minus fünf« angefangen. Da musste erstmal Mannschaft und Saison auf die Beine gestellt werden, ein Sponsor war zweitrangig. Wichtig ist jetzt einfach ein solider Aufbau.     

Also gehen Sie mit dem »Schokoladen« auf der Brust durch die Saison?

Auch wenn das mit dem »Schokoladen« eine coole Aktion ist – hoffentlich nicht. Der Verein unterliegt natürlich wirtschaftlichen Zwängen, wie jeder andere Club auch. »Schokoladen bleibt« ist eher als eine Art Platzhalter gedacht. Wir hoffen ehrlich gesagt, dass wir durch die Aktion etwas Aufmerksamkeit erregen können und in den nächsten vier bis fünf Spieltagen einen »richtigen« Sponsor finden.

Was passiert dann mit den »Schokoladen«-Trikots?

Es gibt im Moment noch keine ausgereiften Ideen, aber wir planen etwas in Richtung Auktion oder Versteigerung.

Sind nach der Trikot-Aktion denn noch weitere Kooperationen mit dem »Schokoladen« geplant?

Definitiv. Auf jeden Fall werden wir in der Winterpause eine Fan-Party im »Schokoladen« veranstalten. Die TeBe-Fans definieren sich ja nicht über erfolgreichen Fußball, sondern über den Sport als solches und zu einem großen Teil auch über Musik. Außerdem wird der »Schokoladen« seine sportlichen Qualitäten unter Beweis stellen dürfen, wir haben nämlich auch ein Spiel gegen die »Schokoladen-Hausmannschaft« geplant.  

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