29.08.2012

Swansea-Vorstand John van Zweden über den Höhenflug

»Es ist verdammt wahr, Junge!«

Vor 30 Jahren wurde der Niederländer John van Zweden zum Swansea-Fan, seit 2002 ist er Vorstandsmitglied. Mit fünf Freunden rettete er die »Swans« damals vor der Pleite, nun sorgen sie in der Premier League für Furore. Wir sprachen mit John über die beste Zeit seines Lebens. 

Interview: Dirk Gieselmann Bild: Kai Senf

John van Zweden, nach zwei Spielen hat Ihr Klub Swansea City sechs Punkte, 8:0 Tore und ist Tabellenzweiter der Premier League – und das nur, weil der FC Chelsea eine Partie mehr bestritten hat. Das kann doch nicht wahr sein.

Doch, Junge! Es ist verdammt wahr. Außerdem haben gestern auch 3:1 im Pokal gegen Barnsley gewonnen. Und das ist noch längst nicht alles: Wir werden die kommenden sieben Spiele auch noch gewinnen. Wenn du dir den Spielplan anguckst, musst du mir recht geben.

Mal gucken: Für diese Serie müsste Ihre Mannschaft am 9. Spieltag den amtierenden Meister Manchester City schlagen – auswärts!

Ein Sieg ist drin, na klar! Schon letzte Saison haben wir City 1:0 geschlagen und waren dabei die viel bessere Mannschaft. Wir sind also so was wie der inoffizielle Meister.

Sie sind seit über 30 Jahren Fan der »Swans«. Erleben Sie gerade Ihre schönste Zeit?

Es war auch schon toll, als wir in den Achtzigern mal in der ersten Liga waren, aber kein Vergleich zu dem, was wir hier jetzt abgeht. Wir sind die erste walisische Mannschaft in der Premier League – und nicht unser Erzrivale Cardiff mit seinem milliardenschweren Geldgeber aus Malaysia. Das allein macht uns schon wahnsinnig stolz. Dass wir zudem auch noch so toll mitspielen und sogar die Großen wie City schlagen, kommt mir vor, als wäre ich im Himmel.

Letzte Saison überraschte die Mannschaft die Fachwelt mit virtuosem Kurzpassspiel. Trainer Brendan Rodgers ist nun allerdings zum FC Liverpool gewechselt. Ein herber Verlust?

Wir haben das sportlich ganz gut weggesteckt, wie du an unserem Tabellenstand siehst. Aber natürlich tat es weh, Brendan gehen zu lassen. Er ist ein überragender Trainer, menschlich und fachlich. Ohne Quatsch: Ich gönne ihm den Job bei einem großen Klub wie Liverpool. Er hat ihn sich redlich verdient.

Ist es Rodgers selbst schwergefallen, Swansea zu verlassen?

Ich glaube schon. Das erste Angebot der Reds hat er noch abgelehnt, das zweite war dann so gut dotiert, dass es dumm gewesen wäre, noch mal Nein zu sagen.

Er nahm Joe Allen mit, ein großes Mittelfeldtalent aus der eigenen Jugend. 

Wir haben 15 Millionen Pfund für einen Nachwuchsspieler bekommen! Ist das nicht toll? Wir haben uns »High Five« gegeben, als das Geschäft abgeschlossen war. So konnten wir Leon Britton, unseren besten Mann, halten und zudem noch Jonathan de Guzman, Michu und Chico Flores aus Spanien und Ki Sung-Yeung von Celtic Glasgow holen. Am Ende blieb sogar noch was übrig, das wir auf die Bank gebracht haben. Kein so schlechter Deal, wenn du mich fragst!

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