Stuttgarts Alexandru Maxim über seine große Spezialität

»Freistöße können eine Waffe sein«

Am Wochenende war Stuttgarts Alexandru Maxim als Torschütze für seine Mannschaft erfolgreich. Aber eigentlich ist der Mann ein Meister der Vorbereitung, speziell durch Standards. Ein Fachgespräch.

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Alexandru Maxim, bei der WM 2014 sind ein Viertel aller Tore nach Standardsituationen gefallen. Warum sind die so wichtig?
Der ruhende Ball hat in letzter Zeit wieder an Bedeutung gewonnen. Gerade in engen Spielen kann es entscheidend sein, wenn man per Standard trifft. Das beste Beispiel ist doch Deutschlands 1:0-Viertelfinalsieg über Frankreich. Eckbälle und Freistöße können eine Waffe sein, wenn man sie richtig einsetzt.

Hat Thomas Müller diese Waffe bei der Weltmeisterschaft gegen Algerien richtig eingesetzt?
(lacht) Vermutlich war der Stolperfreistoß genauso geplant. Das trainiert man im Training. Hätte es geklappt, würden alle Müller feiern. So wird eher darüber geschmunzelt.

Sie haben in der vergangenen Bundesligasaison acht Tore mit Standardsituationen vorbereitet – das ist Ligarekord. Was ist Ihr Geheimrezept?
Es gibt keines. In den letzten Jahren haben mich die Trainer zum Schützen auserkoren – und es funktioniert ganz gut. Die Fähigkeit, gefährliche Standardsituationen zu treten, hat man oder man hat sie nicht.

Wie trainieren Sie Ihre Stärke?
Ganz klassisch. Nach dem Training schieße ich Freistöße und Ecken aus allen Lagen. Damit ist es aber noch nicht getan. Zu einem guten Standardschützen gehören auch Eigenschaften, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht als so wichtig empfindet.

Welche?
Selbstvertrauen und Ruhe. Wenn ich mir den Ball zurechtlege, muss ich mit mir im Reinen sein, einen wasserdichten Plan im Kopf haben und mich auf den Punkt konzentrieren können.



Und wie trainieren Sie das?
In der letzten Saison habe ich viel mit unserem Teampsychologen gearbeitet. Wir haben einige Strategien entwickelt, um den Druck auszublenden. Ich bin natürlich auf die Laufwege meiner Mitspieler angewiesen. Die sind genauso wichtig, ohne die bringt das alles nichts. Das hat in der letzten Saison sehr gut geklappt.

Wie viele verschiedene Standardvarianten hat der VfB Stuttgart eigentlich in petto?
Einige. Wie viele genau, will ich aber nicht sagen. Fakt ist, dass wir mehrmals wöchentlich Standards trainieren.

Gab es in der vergangenen Spielzeit eigentlich einen Lieblingsabnehmer, dem Sie besonders gerne Bälle serviert haben?
Muss ich mich entscheiden? Wir haben so viele kopfballstarke Spieler.

Aber Sie werden doch einen Favoriten haben.
Eigentlich sogar zwei. Vedad Ibisevic und Antonio Rüdiger. Die beiden hauen sich mit aller Wucht in jede Standardsituation. Als Schütze brauche ich solche Jungs.

Und welcher Trainer hat Sie als ausführendes Organ bei Standards besonders gefördert?
In Rumänien habe ich sehr lange überhaupt keine Freistöße geschossen. Als ich aber zum VfB Stuttgart wechselte, hat mich Bruno Labbadia zum Schützen erkoren. Er hat deshalb auf jeden Fall eine besondere Bedeutung.

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Dieses Interview erschien in unserem Bundesliga-Sonderheft. Hier verraten übrigens auch Nkolce Noveski, Daniel Baier, Matthias Ginter und Alexander Madlung, was sie in der vergangenen Saison zu Rekordspielern gemacht hat!

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