26.12.2011

Stermann und Grissemann über Fußball

»Da geh i nimmer hin«

Die Komiker Dirk Stermann und Christoph Grissemann sind das Cordoba des Humors: Der eine Deutsche und Fußballfan, der andere Österreicher und Fußballverächter. Ein Gespräch über Operettenligen, Peter Pacult und Ernst Happel.

Interview: Dirk Gieselmann und Andreas Bock Bild: Udo Leitner

Sie haben für eines Ihrer Stücke eine Mannschaft erfunden, die nur aus zwei Spielern besteht, von denen einer dauerverletzt ist. Einen Ball gibt es nicht, als Spielgerät dient ihnen eine Schreibmaschine.

Stermann: Eine Metapher für widrige Umstände. Nicht jeder kann sich Kältekammern leisten wie Bayer Leverkusen. In Afrika spielen sie alle mit Schreibmaschinen. 





Hape Kerkeling hat einmal im Handstreich den Grazer AK übernommen, unter tätiger Mithilfe von Klaus Augenthaler. Planen Sie eine ähnliche Unterwanderung?

Stermann: Nein, wir können nicht so gut schauspielern wie der Kerkeling. Ich habe mal Herbert Prohaska gefragt, als er noch Nationaltrainer war, wie lange wir mitspielen könnten, bis er merkt, dass wir nicht dazu gehören. Er hat geantwortet: »Bei der Hymne würd’ ich’s merken!«



Es hat viele Versuche gegeben, den Fußball auf die Bühne zu bringen. Der Regisseur Massimo Furlan tanzte einmal die Laufwege von Hans Krankl beim 3:2 von Cordoba nach.

Stermann: Klingt genial, ist aber sterbenslangweilig. Sehr öd.  

Grissemann: Für die Laufwege von Toni Polster hätte ein einziges Foto gereicht.  

Sie haben ja doch Ahnung!

Stermann: Er ist ein Freak! Als Kind war er sogar ein Fan von Admira Wacker.  

Grissemann: (enttäuscht) Ja, aber es besteht mittlerweile ein Alkoholverbot in den Stadien. Da geh i nimmer hin.  

Beim Tennis gibt es nur Erdbeeren.

Grissemann: Manchmal aber auch Schampus. Außerdem fehlt mir beim Fußball das Duell Mann gegen Mann.  

Stermann: (erhitzt) Da sind es doch elf Mann gegen elf Mann!  

Grissemann: Aber die schießen doch nie Tore, immer geht’s 0:0 aus. Ich weiß schon, dass es für einen Fußballfan das einzig Wahre ist, wenn dann doch ein Tor fällt, diese Exstase, und dass Handballergebnisse für ihn ein Graus sind. Aber mir ist das zu fad. 
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