19.04.2014

Steigen Sie mit dem SC Paderborn in die Erste Liga auf, André Breitenreiter?

»Uns reißt keiner den Kopf ab«

Vor einem Jahr trainierte er noch den Regionalligisten TSV Havelse nun peilt Andre Breitenreiter mit dem SC Paderborn den Aufstieg ins Oberhaus an. Am Ostersonntag kommt es gegen Greuther Fürth zum Spitzenduell. Wir sprachen mit dem ihm über Träume, Realismus und die fünf Kernkompetenzen eines Trainers.

Interview: Christoph Küppers Bild: imago

Andre Breitenreiter, was machen Sie am 11.05.2014 um 17.20 Uhr?
Ich werde mit meiner Mannschaft auf eine überragende Saison anstoßen.

Zweiter Versuch: Werden Sie den Aufstieg feiern oder die Vorbereitung auf die Relegation einläuten?
Das weiß ich heute noch nicht. Wir haben alle Ziele, die wir uns vor Saisonbeginn gesteckt haben, längst erreicht.

Wie sehr beschäftigen Sie sich mit dem Thema Relegation? Zuletzt war zu lesen, dass Sie bereits den Hamburger SV beobachtet haben.
Richtig, ich war beim Spiel Hannover 96 gegen den Hamburger SV. Natürlich bereiten wir uns auf alle Fälle vor. Falls wir in die Relegation kommen, sind der HSV und Hannover zwei mögliche Gegner. Deshalb lag es nah, dass ich dort mal vorbeischaue. Als Hannoveraner wollte ich aber auch gerne das Duell meiner beiden Ex-Vereine sehen.

Sie stehen mit dem SC Paderborn auf Platz drei. Am Ostersonntag steht das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Fürth an. Der Gewinner kommt dem Aufstieg ein großes Stück näher, oder?
Das sehe ich anders. Meine Jungs sollen dieses besondere Spiel genießen. Von Spielen vor ausverkauftem Haus in einer besonderen Konstellation träumt man als Fußballer. Trotzdem ist die Partie nur eines von vier Spielen bis zum Saisonende. Eine Entscheidung wird erst dann fallen.

Sie sprechen sehr defensiv über das Thema Aufstieg. Wollen Sie die Spieler in ihrer Euphorie bremsen?
Das muss ich gar nicht. Mit den Erfolgserlebnissen wächst das Selbstvertrauen und der Glaube an sich selbst. Wir wissen natürlich um unsere Stärken und kennen die Tabelle. Wir sehen der Aufgabe trotzdem sehr entspannt entgegen, weil wir nie davon gesprochen haben, aufsteigen zu müssen.

Ist es in dieser Situation ein Vorteil im beschaulichen Paderborn zu arbeiten?
Auch hier träumen Umfeld und Fans vom Aufstieg. Wir haben aber einen der kleinsten Etats der Liga und daher nicht den Druck wie die großen Traditionsvereine Kaiserslautern, Köln, St. Pauli oder der Bundesliga-Absteiger aus Fürth.

Das heißt aber ja nicht, dass sie nicht aufsteigen dürfen.
Natürlich peilen wir den maximalen Erfolg an und wollen auch am Sonntag gegen Fürth gewinnen. Trotzdem: Hier haben alle eine realistische Erwartungshaltung. Uns reißt keiner den Kopf ab, wenn wir nicht aufsteigen.

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