Stefan Reuter über den Bundesliga-Endspurt

»Leverkusen hatte zu früh die Trophäen verteilt«

Stefan Reuter war Kapitän der Dortmunder Meistermannschaft von 2002, die Bayer Leverkusen auf der Zielgeraden noch abfing. Warum das in umgedrehter Konstellation diesmal nicht passieren wird, erklärt er hier. Stefan Reuter über den Bundesliga-EndspurtImago

Stefan Reuter, erinnern Sie sich noch an die letzte Meisterschaft von Borussia Dortmund?

Stefan Reuter: Das war 2001/02. Ich war noch aktiv und wir hatten durch die Zugänge von Jan Koller, Tomas Rosicky und Marcio Amoroso eine enorm spielstarke Truppe zusammen. Amoroso hat uns mit seinen 18 Toren allein zur Meisterschaft geschossen.

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Dabei sah die Lage am 31. Spieltag noch gar nicht so meisterlich aus. Sie hatten damals fünf Punkte Rückstand auf Leverkusen. Die Situation in der laufenden Saison ist verblüffend ähnlich, nur ist Bayer jetzt der Verfolger.

Stefan Reuter: Das ist mir bewusst. Aber, um Ihre Frage vorwegzunehmen, Borussia Dortmund wird sich das diese Saison nicht mehr nehmen lassen. Dafür haben sie in dieser Saison zu stabil gespielt. Leverkusen kann als Verfolger zwar nur noch dazu gewinnen, aber der Abstand ist zu groß. Es freut mich riesig, dass es in Dortmund in dieser Saison wieder einen richtigen Grund zum Feiern geben wird.

Wie haben Sie das 2002 denn angestellt, die fünf Punkte noch aufzuholen?

Stefan Reuter: Leverkusen hat damals schon Wochen davor die Trophäen verteilt. Für sie war klar, dass sie Meister werden und wir dafür den UEFA-Pokal gewinnen sollten. Ich weiß noch genau, wie ich eines Abends mit meiner Frau beim Abendessen saß und zu ihr gesagt habe: »Pass mal auf, wir schaffen das noch!«. Du musst einfach immer an dich glauben.

Vom Glauben allein wird man aber nicht Meister.

Stefan Reuter: Wir haben dann aber auch konsequent die letzten drei Spiele gewonnen. Die Leverkusener hatten in jener Spielzeit einfach zu früh von der Meisterschale geredet und genau das ist der Unterscheid zur aktuellen Mannschaft  von Borussia Dortmund: Diese Jungs lassen sich weder durch zu viel Euphorie noch durch vermeintliche Krisen aus der Ruhe bringen.

Jetzt muss Dortmund ausgerechnet gegen Nürnberg und Bremen spielen. Genau gegen diese beiden Teams hat Bayer damals durch zwei Niederlagen auf der Zielgeraden den Titel verspielt. Wäre das nicht eine Geschichte, die so nur der Fußball schreiben kann?

Stefan Reuter: An solche Fußballmärchen glaube ich nicht. Dortmund wird schon am Samstag gegen Nürnberg ein klares Zeichen Richtung Meisterschaft setzen.

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