18.04.2007

Stefan Beinlich im Interview

„Eine Herzensangelegenheit“

Vor beinah zehn Jahren verließ Stefan Beinlich Hansa Rostock, um mit Leverkusen, Hertha und dem HSV nach den Sternen zu greifen. Im Herbst seiner Karriere kehrte er nun zurück – und will schon wieder nach den Sternen greifen.

Interview: Tobias Börner Bild: Imago


Aktuell hatte Hansa nach einer grandiosen Hinrunde ein wenig zu kämpfen. Worin sehen Sie die Gründe?

Ich glaube, dass die Hinserie in ihrer Perfektion das Problem war. In meiner 16-jährigen Karriere als Profi habe ich so was noch nicht erlebt. Sicherlich war es ein schönes Gefühl, die weiße Weste über die gesamte Hinrunde zu tragen. Aber ein oder zwei Niederlage wären mir lieber gewesen.

Weil die Erwartungen dadurch zu sehr stiegen.

Exakt. Man wird daran gemessen, und logischerweise kann man solch eine Serie nicht ewig durchhalten. Natürlich war es dann sehr ärgerlich, dass wir gleich die ersten beiden Partien der Rückrunde verlieren mussten. Doch eine Überraschung war es nicht, schließlich sind wir keine Übermannschaft.

Mittlerweile haben sie wieder eine Serie gestartet und sind seit zehn Spielen ohne Niederlage.

Ja, aber anfangs spielten wir einfach zu häufig Remis. Seitdem wir nun wieder als Mannschaft kompakt auftreten und jeder an seine Grenzen geht, haben wir auch den nötigen Erfolg. Das immer wieder ein Rückschlag dabei sein kann, ist mir durchaus bewusst – bei einer solch jungen Truppe ist das aber unvermeidbar.

Es scheint eine klare Hierarchie in der Mannschaft zu geben – und sie sind der Anführer. Ist eine gewisse Hackordnung von Nöten, gerade bei einem solch jungen Team wie in Rostock?

Ja klar, das zählt schon eine Menge. Jedoch reicht das allein nicht. Die Mannschaft ist geschlossen und das Klima in der Truppe perfekt. Es gibt in der 2. Liga sicherlich Teams mit besseren Einzelspielern, aber wir sind das bessere Kollektiv. Von der ersten Elf bis zu den Reservespielern haben wir alle ein gemeinsames Ziel, das uns zusammenschweißt: den Aufstieg.

Rostock hat aktuell vier Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Kann sich Hansa auf dem Weg zurück ins Fußballoberhaus nur noch selber aufhalten?

Absolut, wir haben alles in der eigenen Hand und schauen auch nur auf uns. Wichtig ist, dass wir unsere Punkte einfahren, dann können die anderen Vereine machen, was sie wollen.

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