Starfriseur Udo Walz über Fußballerfrisuren

»Länge spielt keine Rolle«

Es ist nicht zu leugnen: Die Frisur von Mario Gomez ist noch peinlicher als die Doktorarbeit von KT zu Guttenberg. Doch wie muss eine ordentliche Kicker-Frisur eigentlich aussehen? Darüber sprachen wir mit Starfriseur Udo Walz.
Heft#96 11/2009
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Herr Walz, Wettereinflüsse, Schweiß, häufiges Duschen: Fußballerhaar ist arg strapaziert. Zu welchem Haarschnitt raten Sie?
Es kommt nicht auf die Länge an. Ich empfehle ein mildes Shampoo.  

Der Trend geht zur Lack-Skulptur auf dem Kopf. Sind sie damit zufrieden?
Ja, sehr! Die Spieler sind eitel geworden und achten auf ihr Äußeres – das begrüße ich. 

Unseren Lesern wird aber beim Anblick der Haarhelme aus den 70er Jahren immer noch warm ums Herz.
Verschonen Sie mich! Schrecklich! Zum Glück ändert sich die Mode.  

Wer hat die Wende zum Guten gebracht?
Ich würde Bastian Schweinsteiger nennen. Der Junge hat einfach eine gute Frisur. Auch Joachim Löw muss man lobend hervorheben.  

Verblüffend ist, dass die Frisur von Joachim Löw beispielsweise immer gleich aussieht. Es hält sich das Gerücht, er trage eine Perücke.
Nein, nein. Das würde ich sehen, dann wäre das Haar stumpfer. Er ist ein eitler Mensch, benutzt wahrscheinlich ein gutes Haarspray.  

Ist schon mal ein verzweifelter Fußballer, vielleicht ja gar Mario Gomez, zu Ihnen gekommen und hat gesagt: »Udo, hilf mir! Ich weiß nicht, was ich mit meinen Haaren machen soll.«
Da kommt schon der eine oder andere. Aber meistens wissen die Jungs genau, was sie wollen. Bloß von Strähnchen rate ich ab. Das hätte was von einem Manta-Fahrer.    

Wollen Fußballer über ihre Frisuren Botschaften vermitteln?
Ja, ohne Zweifel. Denken Sie an David Beckham, er hat hat jenseits von Kampfgeist und Heldenmut sogar eine neue Botschaft erfunden: Seht her, ich bin metrosexuell! Er ist nicht nur ein Macho, er hat eine modisch-feminine Seite. Das Verblüffende: Jedes Mal, wenn er eine neue Frisur hat, kommen die Leute zu mir und wollen so aussehen wie er. Beckham hat also dazu beigetragen, dass die Männer lockerer geworden sind.  

Es heißt, wenn eine Frau eine Lebenskrise durchmacht, geht sie zum Friseur. Vermuten Sie bei Beckham einen ähnlichen Hintergrund?
Nein. Ich denke, das hat in erster Linie mit seinen Werbeverträgen zu tun. Er ist wie Madonna: Ab und an erfindet er sich neu.

Der Schweizer Alain Sutter trug seine langen, blonden Haare zumeist offen. Hat er sich damit unnötig schwer gemacht im Männersport Fußball?
Er hätte sie zumindest sich zum Pferdeschwanz binden sollen. Und das nicht nur wegen eventueller Sprüche in der Kabine, sondern auch, weil die Haare ihm doch sonst beim Schuss oder Pass die Sicht nehmen.  

Vereine beschäftigen Masseure, Psychologen, Ernährungsberater. Wann kommt der Mannschaftsfriseur?
Das halte ich für übertrieben. Jeder hat den Friseur seines Vertrauens. Dabei soll es bleiben.  

Herr Walz, der Frauenfußball ist auf dem Vormarsch. Ein neuer Markt für Sie?
Vom Frauenfußball habe ich keine Ahnung. Und ehrlich gesagt: Frauen sollten nicht Fußball spielen. Da bin ich altmodisch.  

Fehlt Ihnen die Athletik?
Da fehlt mir alles.

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