Stadtbergens Sportchef über CSI und Feuerwehrmänner

»Die Geschichte muss sich wiederholen«

Die TSG Stadtbergen startete furios in die Rückrunde, verlor jedoch die letzten beiden Spiele. Wir fragten den sportlichen Leiter Matthias Gruber, ob der Traum vom Klassenerhalt damit geplatzt ist.

Privat

Matthias Gruber, für die Bewerbung bei »Ein Herz für Absteiger« hat die TSG Stadtbergen ein Video in Manier der TV-Serie »CSI Miami« gedreht. Sind Ihre Spieler vielleicht eher für die Leinwand als für den Abstiegskampf geeignet?
Talent haben sie auf jeden Fall. Auf dem Platz sind sie aber besser aufgehoben. Es ist bei unseren Weihnachtsfeiern Tradition, dass sich die Teams für das Programm etwas Eigenes überlegen. Die erste Mannschaft dreht dann gern mal ein Video und für die Bewerbung hat sich das einfach angeboten.

Die Kommissare im Video sind auf der Suche nach den Gründen für die sportliche Misere der TSG. War die Verzweiflung nach der verkorksten Hinrunde tatsächlich so groß?
Wir haben viele Spiele sehr unglücklich verloren. Da fragt man sich irgendwann schon, was genau schief läuft.

Von Erfolg gekrönt, war die Sonderermittlung nicht. Die Mannschaft nutzte aber ihre Chance bei »Ein Herz für Absteiger«.  Was hat sich seit dem Start der Aktion verändert?
Wir haben in der Winterpause mit der Analyse begonnen und die Jungs waren plötzlich noch motivierter. Sie sind total interessiert an der Technik, weil es diese Möglichkeiten im Amateurbereich sonst nicht gibt.

Was sind die häufigsten Fehler, die Sie bei der Analyse festgestellt haben?
Auffällig ist, dass wir viele Dinge richtig gut machen, uns aber am Ende die Konsequenz fehlt. Das haben wir besonders bei Spielen gegen schwächere Gegner gemerkt. Es waren viele gute Angriffe dabei, aber wir verpassen den entscheidenden Abschluss.

In der Hinrunde machte aber auch die Defensive Sorgen.
Bei der Abwehrarbeit wurden vor allem Stellungsfehler deutlich. Die Abstände zwischen den Ketten waren meist zu groß. Daran mussten wir arbeiten.

Die TSG fand sich deshalb schnell im Abstiegskampf wieder. Was hatten Sie sich vor der Saison ausgerechnet?
Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde. Immerhin standen wir in der letzten Saison ähnlich schwach da. Auch damals wurde Bernard Molle für den Rest der Saison Trainer und wir konnten uns am Ende gerade so retten.

In der aktuellen Saison ging der Ärger aber wieder von vorn los?
Das ist richtig. Für Bernhard Molle übernahm wieder ein neuer Trainer, der aber schon nach acht Spielen das Handtuch geworfen hat. Zum Glück ist Bernhard erneut in die Bresche gesprungen und wir hoffen, dass sich die Geschichte vom letzten Jahr wiederholt.

Warum ist er der richtige Mann für den Abstiegskampf?
Sein großer Vorteil ist, dass er 80 Prozent der Mannschaft aus dem Jugendbereich kennt. Als ihr ehemaliger Jugendtrainer weiß er, wie er die Jungs anzupacken hat. Für manche ist er fast so etwas wie eine Vaterfigur.

Das heißt, er bleibt diesmal über das Saisonende hinaus?
Zunächst konzentrieren wir uns auf den Klassenerhalt und dann schauen dann weiter.

Stadtbergen spielt mit einer jungen Mannschaft. Könnte die mangelnde Erfahrung im Abstiegskampf noch zum Problem werden?
Das glaube ich nicht. Der Großteil ist zwar erst zwischen 19 und 22 Jahre alt, aber sie haben das letztes Jahr schon durchgemacht.

Zu Beginn der Rückrunde blieb Stadtbergen vier Spiele ungeschlagen. Nach einer bitteren Niederlage gegen den Tabellennachbarn aus Leitershofen folgte an Ostern eine 0:4-Packung gegen den Tabellenzweiten aus Aystetten. Ist der Aufschwung schon verpufft?
Aystetten ist in diesem Jahr nicht unser Maßstab. Wir müssen die Punkte gegen direkte Konkurrenten holen. Deswegen war die Niederlage gegen Leitershofen besonders ärgerlich. Als nächstes treffen wir auf drei Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Erst danach können wir wirklich etwas über den Abstieg oder den Klassenerhalt sagen.

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