Souleyman Sané über seinen Sohn Leroy

»Das hat er nicht von mir!«

Am Dienstagabend stahl Schalkes Leroy Sané sogar Cristiano Ronaldo die Show. Wie erlebte sein Vater, Ex-Profi Souleyman Sané, den ersten Champions-League-Auftritt des Filius?

imago

Souleyman Sané, Ihr Sohn hat gestern ein Traumtor gegen Weltmeister Iker Casillas geschossen: mit links aus 18 Metern in den Winkel. Hat er das von Ihnen?
Ganz und gar nicht. Gucken Sie sich mal alte Videoaufnahmen von mir an, ich habe nie Tore aus so großer Entfernung geschossen. Das konnte ich gar nicht. (Lacht.)
 
Er guckt sich also keine alten VHS-Tapes von Ihnen an?
Nein. Er hat noch nicht mal ein Trikot von mir geschweige denn Fotos aus meiner Profi-Zeit. Aber das ist okay, er soll sich seine Vorbilder selber aussuchen. Seine Stars heißen Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Spieler, die Traumtore schießen und Traumpässe geben. Ich war ja eher der schnelle Konterstürmer.
 
Wie dürfen wir uns Ihre Reaktion auf das Traumtor vorstellen? Sind Sie durch die Wohnung gesprungen?
Ach, nein. Dafür bin ich nicht der Typ. Ich habe mich natürlich für ihn gefreut, aber letztendlich ist Fußball sein Job, und den hat er gestern ganz gut gemacht – so wie alle Spieler. Wenn sie so im Hinspiel aufgetreten wären, stünden sie nun im Viertelfinale.
 
Sie klingen sehr nüchtern.
Wissen Sie, wir sprechen fast nie über Fußball. Ich habe auch noch nie ein Profispiel von ihm live gesehen, weil ich immer was anderes zu tun hatte. Und auch dieses Mal habe ich noch gar nicht mit ihm telefoniert, denn vermutlich würde ich eh nicht durchkommen.
 
Sie wissen also nicht, ob Real Madrid ihm schon ein Angebot unterbreitet hat?
Das kann natürlich sein, aber da müssen Sie in Madrid anrufen. (Lacht.) Im Ernst: Er hat jetzt sein erstes Champions-League-Spiel gemacht, das war ganz gut, doch er muss sich weiter beweisen. Und vor allem muss er auf dem Boden bleiben.
 
Tut er das?
Ich denke schon.
 
Im November 2014 baute er mit einer Mercedes C-Klasse einen Unfall. Er war gerade 18 Jahre alt.
Ich fand es auch nicht gut, dass er sich so ein Auto zulegte – kurz nachdem er seinen Führerschein gemacht hatte. Aber er muss aus Fehlern lernen. Und er muss von Älteren lernen. Man darf auch nicht ständig die Generationen vergleichen. Früher haben wir auch Fehler gemacht. Ich bin auch mit einem dicken Porsche von Nürnberg nach Wattenscheid gefahren, und dort haben die Leute erst mal verwirrt geguckt. Da habe ich gemerkt, dass ich vielleicht ein bisschen mehr Demut zeigen sollte.
 
War Ihr Sohn eigentlich nervös, als er erfahren hat, dass er mit nach Madrid fährt?
Mir sagte er, dass er das Spiel ganz locker angeht.
 
Champions League, 50.000 Zuschauer im Bernabeu Stadion, Cristiano Ronaldo, Gareth Bale – das geht ein 19-Jähriger ganz locker an?
Hat er jedenfalls gesagt. Aber ich wusste natürlich, dass er ein wenig die Hosen voll hat. Zumindest wird er Gänsehaut gehabt haben, als er aufs Feld lief – da kann er mir erzählen, was er will. (Lacht.)

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