26.08.2009

Souleyman Sané über sein Traineramt

»Der Samy ist da!«

Souleyman Sané war einer der besten Stürmer der 80er Jahre. Danach verloren sich seine Spuren. Nun taucht er an alter Wirkungsstätte wieder auf: In Wattenscheid trainiert er einen Kreisligisten. Wir sprachen mit ihm. 

Interview: Maike Schulz Bild: Imago

Souleyman Sané, die Fußballwelt hat Sie wieder, dieses Mal auf einem neuen Posten. Sie sind jetzt Trainer beim Kreisligisten DJK Wattenscheid.  

Ja, aber das ist nur ein kleiner Posten, in einem kleinen Verein.   

Ihr erster Trainerposten war die Stelle als Nationaltrainer von Sansibar. Wie kam es dazu?  

Das ist durch einen Freund von mir gekommen, der ist im Verband Sansibars tätig. Es gab eine Agentur, die die Aufgabe hat, die Nationalmannschaft Sansibars in Europa zu betreuen, dort arbeitet er.



Welche Erfahrungen haben Sie dort gesammelt?  

Es war eine gute Gelegenheit für mich, Erfahrung als Trainer zu sammeln. Ich war nicht der offizielle Nationaltrainer Sansibars, sie haben einen Trainer in der Heimat. Ich war nur für die Zeit des Europaaufenthalts zuständig, um sie hier zu trainieren und vorzubereiten.   

Ihr Vertrag läuft bis 2011, mache Sie diesen Job immer noch?  

Ja, der Vertrag steht noch. Aber die Arbeit hindert mich nicht, auch noch andere Dinge zu tun. Ich bin parallel immer in der Spielervermittlung und Beratung tätig. Das ist kein Problem, da ich die Nationalmannschaft nicht jeden Tag trainiere oder bei jedem Lehrgang, wie Jogi Löw. Ich muss auch keine Spieler beobachten, ich muss sie nur hier trainieren und sie auf die Spiele vorbereiten. Das war kein schwerer Job. Es gibt auch keinen Druck, ich kann verlieren, ein Spiel oder alle, das ist ganz egal.   

Wie kam es zum Engagement beim DJK Wattenscheid?  

Ich kenne den Vorstand und den sportlichen Direktor durch einen Freund. Und als Frank Schulz und der Verein sich trennten, haben sie einen Trainer gesucht. Dann hat einer wohl gesagt: »was sollen wir suchen, wir haben doch den Samy vor der Tür, lass uns ihn fragen«. Das war vor ein oder zwei Wochen, da war ich nicht in Deutschland. Sie haben mich angerufen, aber ich habe gesagt, dass wir uns erst einmal treffen müssen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Jetzt ist das auch erst mal eine Interimstrainerstelle. Ich gebe ihnen so Zeit, einen geeigneten Trainer zu suchen.   

Wollen Sie auch selber noch einmal die Fußballschuhe schnüren und auf den Platz laufen, als Spielertrainer?  

Na klar, die Kreisliga B schaffe ich noch.   

Noch spielt DJK in der Kreisliga B, wo soll es hingehen?  

Das Ziel des Vereins war schon vor meiner Verpflichtung der Aufstieg. Dementsprechend wurden Spieler geholt. Sie versuchen das mit dem Aufsteigen schon seit ein paar Jahren, haben es aber nie geschafft. Sie waren am Ende immer Zweiter oder Dritter, weil sie nachgelassen hatten. Schon Frank Schulz wollte aufsteigen und hat so geplant. Warum er aufgehört hat, weiß ich nicht, ich habe aber auch noch nicht gefragt. Wir spielen zusammen in der Traditionsmannschaft von Wattenscheid da werde ich ihn mal fragen, ob er aufhören wollte oder ob das aus dem Verein kam. Bis dahin hatten sie erst zwei Spiele – glaube ich – gemacht, eins davon gewonnen, eins verloren. Da gibt es eigentlich keinen Grund, einen Trainer zu entlassen. Okay, im Fußball weiß man nie. Da verlieren Mannschaften ein oder zwei Mal, und die Trainer sind weg. Aber ich denke nicht, dass es in der Kreisliga B, im Amateurbereich, so schnell geht, wie bei den Profis, wo so viel Geld im Spiel ist. 

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