22.03.2014

Souleyman Sané über das Lohrheidestadion

»Die Wurst ist unser Markenzeichen«

Souleyman Sané war bei der SG Wattenscheid 09 Goalgetter und Publikumsliebling. Vor dem heutigen Duell zwischen Wattenscheid 09 und Rot-Weiss Essen sprachen mit ihm über die legendäre Bratwurst im Lohrheidestadion und Siege gegen den Erzrivalen VfL Bochum.

Interview: Anton Zirk Bild: imago

Souleyman Sané, was würden Sie an der Lohrheide verändern, wenn Sie könnten?
Das Stadion ist meiner Meinung nach nicht richtig fertig. Es müsste eine Überdachung für alle Plätze geben. Viel wichtiger ist aber, dass die SG 09 sportlich wieder Fuß fasst. Es muss ja nicht die Bundesliga sein, aber Dritte Liga wäre super.

In Fan-Kreisen ist das Stadion für die Bratwurst vom Holzkohlegrill bekannt. Haben Sie zu aktiven Zeit da auch mal zugeschlagen?
Natürlich, ich habe bei jedem Spiel eine Wurst gegessen. Wenn man jeden Tag trainiert, wird das Fett schnell verbrannt. Das macht überhaupt nichts. Sie können mir glauben, dass die Spieler heute auch vieles essen, was eigentlich nicht gut für sie ist. Man darf es eben nicht übertreiben. Den Trainern war das auch solange egal, wie ich meine Leistung gebracht habe.

Sie können also bestätigen, dass es in Wattenscheid die beste Stadionwurst gibt?
Für uns ist es natürlich die beste. In Bochum oder auf Schalke sehen das die Fans vielleicht anders. Die Wurst ist aber das Markenzeichen von Wattenscheid 09.

Wie haben Sie sich in der Lohrheide auf die Heimspiele vorbereitet? Hatten Sie ein Ritual?
Ich bin immer als Letzter aus der Kabine gegangen und habe versucht, nie als Erster den Platz zu betreten. Einen richtigen Grund gab es dafür gar nicht, ich habe es mir einfach angewöhnt.

In der Saison 1992/93 hat es Glück gebracht. Sie schossen beim 2:0-Heimspielerfolg gegen den VfL Bochum beide Tore. Was passierte nach dem Spiel?
Ein Sieg gegen den Erzrivalen, den großen Favoriten, ist für die Mannschaft und die Fans natürlich etwas ganz besonderes. Ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag. Da wurden es in der Kabine nachher schon ein, zwei Bier mehr. Die Kollegen haben für mich auch ein paar Runden geschmissen.

Andere große Erfolge, etwa zwei Siege gegen den FC Bayern München, feierten Sie wegen der geringen Kapazität in der Lohrheide im Bochumer Ruhrstadion. Waren Sie als Spieler darüber verärgert, die großen Heimspiele nicht in Wattenscheid austragen zu können?
Für Spiele gegen Dortmund, Schalke oder die Bayern mussten wir aus Sicherheitsgründen umziehen. Die Fans waren natürlich nicht begeistert. Für mich persönlich aber waren das tolle Erfahrungen. In einem reinen Fußballstadion ist alles viel enger. Man hört jedes Wort. Vielleicht war das für uns gegen die großen Vereine ein besonderer Ansporn.

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