Für Florian Fromlowitz war es als Enke-Nachfolger besonders schwierig.
Schmadtke: Er war in dieser Phase erstaunlich stabil. Natürlich hatte er auch ein paar Schwankungen, im Training unter der Woche. Aber an den Spieltagen hat er nicht gewackelt, im Gegenteil.
Fromlowitz trägt seit dieser Saison wieder die »1«. Lange hieß es, dass die Rückennummer in Gedenken an Enke nicht mehr vergeben wird.
Schmadtke: Darüber haben wir intern lange diskutiert, aber letztlich ging es uns um ein Stück Normalität. Die Nummer »1« gehört nun mal zum Fußball dazu. Und die Erinnerung an Robert Enke hat nichts damit zu tun, ob wir die »1« verteilen oder nicht.
Slomka: So haben wir keinen übermäßigen Druck aufgebaut. Florian hat das uneingeschränkte Recht, die Nummer zu tragen, weil er die Position von Robert übernommen hat. Und er ist sein würdiger Nachfolger.
Jörg Schmadtke, ist Mirko Slomka vor der Mannschaft eigentlich genauso analytisch und freundlich, wie man ihn als TV-Experte kennt?
Schmadtke: (überlegt lange) Ja, ja. Das ist schon sehr gut, wie er versucht, die Dinge zu versachlichen. Viele Trainer sind oft zu emotional in den Spielablauf einbezogen. Letztens als wir gegen Bremen spielten, hatte ich den Eindruck, dass die Mannschaft ein bisschen nachlässt. Da habe ich ihm gesagt: »Weck die doch noch mal.« Das hat er dann auch gemacht.
Slomka: Deswegen meinte ich, dass es von Vorteil sein kann, einen Fußballlehrer als Manager zu haben.
Was fällt Ihnen auf, wenn Sie Slomka in der Pause in der Umkleide beobachten?
Schmadtke: Emotionale Trainer tun sich manchmal schwer, in der Kürze der Zeit die richtigen Dinge anzusprechen. Mirko ist da sehr ruhig und analytisch.
Und inwieweit entspricht Jörg Schmadtke seinem Image als eigenbrötlerischer, mitunter zum Sarkasmus neigender Manager, Mirko Slomka?
Slomka: Sarkasmus, also nee, das geht mir zu weit. Neben den Dingen, die ein Manager ohnehin für einen Klub tut, finde ich es durchaus von Vorteil, dass Jörg auch noch seinen eigenen Blick auf das Gesamtbild hat.
Quatscht der Manager Ihnen auch in die Aufstellung rein?
Slomka: Nein, er sagt höchstens: »Hast Du darüber nachgedacht, dass…?« oder »Was hältst Du von.…?«.
Schmadtke: Aber, um es Ihnen auch zu erleichtern: Ich bin schon recht eigen, wenn auch nicht eigenbrötlerisch.