15.05.2008

Simon Rolfes im Interview

»Schmerz hält mich auf Trab«

Simon Rolfes gilt vielen als stärkster deutscher Feldspieler dieser Saison, in der Nationalelf aber war er oft nur Ersatz. Wir sprachen mit ihm über seine EM-Chancen, seinen Stand beim Bundestrainer und seine Karriereplanung.

Interview: Stefan Hermanns Bild: Imago
Herr Rolfes, haben Sie aus dem EM-Album von Panini schon das Sammelbild von Simon Rolfes?

Von Panini noch nicht, aber ich habe mir vor kurzem eine Zehnerpackung Duplo gekauft – da habe ich mich gefunden.



Dass es von Ihnen EM-Sammelbilder gibt – macht Sie das zuversichtlich, morgen von Bundestrainer Joachim Löw für den EM-Kader nominiert zu werden?

Keine Ahnung, ich weiß ja nicht, wer die Spieler ausgesucht hat, ob der DFB die Namen weitergegeben hat oder Panini selbst. Ich glaube, dass ich gute Chancen habe – unabhängig von Panini oder Duplo oder irgendwelchen Umfragen. Ich besitze da großes Vertrauen.

Was macht Sie so sicher?

Mit Bayer Leverkusen spiele ich insgesamt eine gute Saison, und bei der Nationalmannschaft bin ich das ganze Jahr über eingeladen gewesen. Ich habe zwar nicht immer von Beginn an gespielt, bin aber häufig eingewechselt worden und habe meine Sache ordentlich gemacht. Ich würde schon sagen, dass ich mich in der Nationalmannschaft gut etabliert habe.

Sie haben trotzdem erst neun Spiele gemacht, obwohl Torsten Frings lange verletzt war. Sind Sie sicher, dass der Bundestrainer Sie und Ihr Spiel wirklich schätzt?

An Torstens Stelle hat häufiger Thomas Hitzlsperger gespielt. Der hat ein ganz anderes Standing, weil er einfach viel länger bei der Nationalmannschaft dabei ist. Ich habe meine Chancen eher als Einwechselspieler bekommen. Über den Weg versuche ich weiter, mir höhere Spielanteile zu erarbeiten. Ich glaube nicht, dass der Bundestrainer meine Spielweise oder irgendetwas sonst an mir nicht mag. Gerade dass er mich immer wieder gebracht hat, zeigt mir, dass er dahinter auf mich setzt.

Der Bundestrainer macht den Nationalspielern klare Vorgaben, was sie verbessern müssen. Was hat er von Ihnen verlangt?

Torgefährlich werden, einfach aus dem Mittelfeld heraus nach vorne spielen, präsent sein und das Spiel schnell machen.

Beobachten Sie, wie Ihre Konkurrenten um den EM-Platz in dieser Saison spielen?

Ich verfolge ganz normal die Bundesliga, und bei Spielern, die ich kenne, registriere ich auch, ob sie Tore machen oder nicht. Aber da ist es egal, ob das ein Mittelfeldspieler ist, ein Verteidiger oder ein Stürmer. Ich interessiere mich für die Spieler, die ich persönlich kenne.

Tim Borowski zum Beispiel.

Ja, Tim kenn ich besser als viele andere. In Bremen hat er im Internat das Zimmer geräumt, in das ich dann eingezogen bin.

Es könnte sein, dass es für Joachim Löw auf die Entscheidung hinausläuft: Rolfes oder Borowski.

Ich finde, dass wir unterschiedliche Spielertypen sind. Ich bin doch etwas defensiver geprägt. Und bei den Amateuren von Werder haben wir schon zusammengespielt, das hat wunderbar funktioniert.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden