Simon Rix (Kaiser Chiefs) im Interview

Leeds, Drugs & Rock

Simon Rix ist nicht nur Bassist der Kaiser Chiefs, sondern auch Anhänger von Leeds United. Im Moment macht er harte Zeiten durch: Der Club wurde ans Ende der zweiten englischen Liga durchgereicht. Ellis Parinder

Simon Rix über …

… die Kaizer Chiefs:

Das ist der Name eines südafrikanischen Fußballteams. Wir hörten den Namen und dachten, das wäre mal ein cooler Name für eine Band. Lucas Radebe hat dort gespielt, ein Abwehrspieler, Kapitän von Südafrika und von Leeds United. Und weil wir alle Supporter von United sind, hatten wir auch eine persönliche Verbindung und haben unsere Band nach den Kaizer Chiefs benannt.

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… Leeds United

Da haben ein paar Leute Geld ausgegeben, das sie nicht hatten. Ich habe United vor ein paar Tagen gesehen. Sie haben ganz okay gespielt, aber das Niveau in der Liga ist halt nicht besonders. Vor ein paar Jahren haben wir noch gegen die ganz Großen gespielt und sie sogar geschlagen: Gegen Manchester, Chelsea, Arsenal, Deportiva La Coruna, Real Madrid – das ist gerade einmal fünf Jahre her. Und jetzt haben wir Schwierigkeiten, gegen Mannschaften wie Barnsley und Klubs, deren Namen du noch nie gehört hast – das ist schon deprimierend. Wir hoffen natürlich, dass sie bald zurückkommen, schließlich ist Leeds United ein großer Klub.

… über den Fußballspieler Simon:

Auf dem Fußballplatz bin ich ein ziemlich armes Würstchen. Bei Festivals oder vor Gigs kicken wir, die Band und die Crew, öfter mal gegen andere. Wir sind eine ganz gute Mannschaft, und wir werden immer besser. Andrew White, unser Gitarrist, ist unser bester, er hat den härtesten Schuss. Wenn ich’s mir aussuchen kann, spiele ich im defensiven Mittelfeld. Da hast du das Spiel vor dir und kannst es kontrollieren, so wie Claude Makélélé vielleicht oder Owen Hargreaves in Deutschland.

… über den Traum vom Fußballstar:

Klar, jeder wäre gern Fußballprofi, ich auch. Leider hatte ich kein Talent dafür. Aber ich würde sofort tauschen, obwohl ich mit meinem Leben eigentlich ganz zufrieden bin. Umgekehrt wär’s wahrscheinlich genauso: Wäre ich Fußballprofi, würde ich mit einem Musiker tauschen wollen. Am besten wäre ein regelmäßiger Turnus: ein Woche das und eine Woche das andere.

… über Fußballsongs:

Wir wurden gefragt, ob wir nicht zur Weltmeisterschaft in Deutschland den Song für das englische Team schreiben wollen. Aber wir haben uns dagegen entschieden, weil wir uns nicht an so ein aktuelles Ereignis dranhängen wollen. Songs von uns werden auch so in den Stadien gesungen, „Ruby“ zum Beispiel, unsere neue Single. Da haben Fans von Manchester United einfach „Rooney“ draus gemacht. Der beste Fußballsong ist von New Order: „World in Motion“, der Song zur Weltmeisterschaft 1990. Witziger Text, gute Melodie. Das wäre ziemlich schwierig, wieder so einen guten Fußballsong zu schreiben.

… über die Angst vor dem Scheitern:

Wir verhalten uns als Band wie eine selbstbewusste Fußballmannschaft: Wir glauben einfach daran, dass das, was wir machen, gut ist. Klar sind wir jetzt beim zweiten Album gespannt auf die Reaktion der Leute. Aber wenn ein Fußballteam anfängt, darüber nachzudenken, ob es gewinnen wird oder vielleicht nicht, und dass es ja auch verlieren könnte, dann setzt es sich automatisch unter Druck. Also versuchen wir einfach, das zu tun, was wir zu tun haben: möglichst gute Songs schreiben und ein gutes Album aufnehmen. Und nicht zuviel über das Danach nachzudenken.

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Das Interview mit Simon Rix stammt aus BOLZEN, dem Zentralorgan für Freizeitfußball www.bolzen-online.de .

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