10.02.2009

Siggi Held erinnert sich

»Norwegen ist Schmerz«

Siggi Held hat gute Erfahrungen mit Norwegen gemacht: 1971 stand er bei der 7:1-Peitsche gegen die Nordmänner auf dem Rasen. Im Interview erinnert er sich an Beckenbauer und Netzer. An Lund und Sandland aber nicht.

Interview: Alex Raack Bild: Imago
Siggi Held, am Mittwoch empfängt Deutschland Norwegen zum Freundschaftsspiel. Sie selbst dürften gute Erinnerungen haben an Spiele gegen Norwegen...

Da haben Sie recht. 1971 haben wir in Norwegen gespielt und mit 7:1 gewonnen. Für uns war das damals ein ziemlich einfaches Spiel, vielleicht waren die Norweger damals auch noch nicht so stark, wie sie es heute sind. Im Großen und Ganzen war das für uns wie ein Trainingsspiel.



Kleine Fußballnationen gibt es heute angeblich nicht mehr. War Norwegen anno 71 so ein Zwergenstaat?

Zwergenstaat kann man nicht sagen. 1966 haben wir schließlich auch schon gegen Norwegen gespielt, das Spiel ist nur 3:0 ausgegangen. Sagen wir es so: Wir hatten halt einen guten Tag und Norwegen ein rabenschwarzen.

Sind Ihnen ein paar klangvolle Namen des damaligen Gegners noch in Erinnerung geblieben?

Nein. Die klangvollen Namen standen eher in der deutschen Mannschaft: Beckenbauer, Netzer, Müller. Wir haben uns damals nicht so wirklich an den Norwegern orientiert.

Lund, Iversen oder Sandland, diese Namen sagen Ihnen also nichts mehr?

Nein. Tut mir leid.

Die deutsche Mannschaft 1971 war zum Großteil die, die ein Jahr später bei der Europameisterschaft so glänzen sollte. Konnte man das spielerische Potential denn schon so deutlich erkennen?

Also, in diesem Spiel hat so ziemlich alles geklappt. Ich erinnere mich an einen Freistoß, ich glaube von Günter Netzer, der wunderschön über die Mauer ins Tor segelte. Oder an einen Pass von mir, den habe ich scharf aus kurzer Distanz auf Gerd Müller gepasst und der musste nur noch die Sohle hinhalten. Wie gesagt: wie in einem Freundschaftsspiel.

Sie selbst haben auch getroffen: zum 6:0 in der 67. Minute. Immerhin eines Ihrer fünf Länderspieltore.

Aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Dass das Spiel so einfach werden konnte, hätten wir ja vorher nicht gedacht.

Nein?

Nein. Die Nordmänner waren ja ziemlich robuste Kerle. Hart im Zweikampf – wenn man gegen die spielte, bedeutete das: Schmerzen. Aber in diesem Spiel war vieles anders. Auch das.

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