10.10.2008

Serdar Tasci im Interview

»Wir sind Deutschland«

Jung-Nationalspieler Serdar Tasci hat einen großen Traum: Er möchte Weltmeister werden. Wir sprachen mit ihm über den langen Weg nach Südafrika, seine Entscheidung für Deutschland und das Spiel gegen Russland.

Interview: Artur vom Stein Bild: Imago
Warum sind Sie sicher, dass Sie am Samstag spielen?

Sicher bin ich mir nicht. Ich habe jetzt drei Länderspiele gemacht und freue mich, dass ich wieder dabei bin. Im Training gebe ich Gas, und dann hoffe ich natürlich auf einen Einsatz.



Das war die politisch korrekte Antwort - gibt es auch eine andere?


Nein, es gibt keine andere. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich spielen würde.

Hat der Trainer schon mit Ihnen über Ihre Einsatzchancen gesprochen?


Nein, noch gar nicht. Wer am Samstag spielen wird, kann ich noch nicht absehen.

In Deutschland gilt die Innenverteidigung als Problemzone - sind Sie die Lösung des Problems?

Das hoffe ich. Ich werde mein Bestes geben, dass ich mich etablieren kann in der Nationalmannschaft und dass ich eine Stütze werde.

Haben Sie den Eindruck, dass Sie Christoph Metzelder leistungsmäßig abgehängt haben?


Christoph Metzelder ist ein Spieler mit viel Erfahrung. Er hat viele Länderspiele und immer gute Leistungen gezeigt. Ich habe ihn nicht verdrängt, aber er ist jetzt nicht dabei, und das ist eine Chance für mich, die ich hoffentlich nutzen kann.

Angst vor großen Namen ist nicht Ihr Ding.


Nein, ich weiß, was ich kann, und ich bin selbstbewusst genug, um mich durchzusetzen. Ich habe mich bisher immer gegen gute Konkurrenten durchsetzen können.

Was muss ein moderner Innenverteidiger heutzutage können - wie ist das Anforderungsprofil?

Alles eigentlich. Zweikampfstark, kopfballstark sowieso. Ein moderner Innenverteidiger muss das Spiel von hinten aufbauen können wie ein Mittelfeldspieler.

Wo sehen Sie Ihre besonderen Stärken und wo ist Nachholbedarf?

Über meine Stärken will ich gar nicht reden, weil ich mich überall noch verbessern kann. Nur soviel: Es liegt mir, das Spiel von hinten zu öffnen.

Per Mertesacker hat jetzt gesagt, dass Deutschland mit ihm selbst und mit Christoph Metzelder gut für die Zukunft gewappnet sei - müssen sie den langen Bremer noch von Ihren Qualitäten überzeugen?

Ich muss den Trainer überzeugen. Natürlich ist die Innenverteidigung wichtig. Die muss harmonieren. Aber wenn ich meine Einsatzzeiten bekomme, dann wird der Lange schon sehen, dass ich einer bin, der dort spielen kann.

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