Als Torhüter sind Sie in der exotischen Lage, mit allerlei Technik in Verbindung gebracht zu werden. Schuhe, Handschuhe, Bälle – wie sehr müssen Sie sich damit auseinandersetzen?
Wenn ich optimale Leistungen bringen will, dann ist die Technik auch Teil meines Berufes. Insofern spielt das eine große Rolle.
Apropos Beruf: Tim Wiese hat seine Verletzung auskuriert, Sie sitzen wieder auf der Bank. Wie kann man sich an dieses Gefühl gewöhnen?
Gar nicht. Wenn man einmal das Glück hatte während einer Bundesligapartie auf dem Platz zu stehen, will man immer mehr davon. Aber: Man muss sich daran gewöhnen. Ich sehe das ganz realistisch: Ich war ja auch nur deshalb direkter Ersatz für Tim, weil Christian (Vander, d. Red.) noch verletzt ist und nicht einsatzfähig war. Die Einsätze gegen Funchal und Köln waren Bonbons, jetzt stelle ich mich wieder hinten an und warte.
Ihr Trainer Thomas Schaaf und Ihre Kollegen haben, angesprochen auf Ihren Einsatz, die guten Leistungen im Training als Legitimation für Ihren Platz in der Startaufstellung angeführt. Wie kann man sich als Torhüter in den Übungseinheiten ins Rampenlicht spielen?
Indem du in jedes Training mit voller Konzentration gehst, jeden noch so einfachen Schuss ernst nimmst und festhältst und jeden Pass sicher zum Mitspieler bringst. Ein kleiner Fehler und du stehst blöd da. Feldspieler haben es da etwas einfacher, aber so ist das nun mal als Torwart.
Dass Torhüter unter besonderem Druck stehen ist kein Geheimnis mehr. Wie gehen Sie mit diesen Situationen um?
Manchmal muss man einfach auf Durchzug schalten. Nicht alles, was von außen an Kritik kommt, muss man sich auch zu Herzen nehmen. Ich habe mal eine Dokumentation über Oliver Kahn gesehen, in der er diesen berühmten Tunnelblick beschreibt. Den gibt es wirklich.