20.12.2009

Sebastian Mielitz über die 1. Bundesliga

»Ich will mehr davon«

An Werder-Torwart Tim Wiese kommt derzeit niemand vorbei. Auch nicht Sebastian Mielitz, der sich in zwei Spielen als Ersatzmann dennoch ins Rampenlicht spielen konnte. Der 20-Jährige über die Lust an der 1. Bundesliga.

Interview: Alex Raack Bild: Imago
Sebastian Mielitz, nach Ihrem Bundesliga-Debüt gegen den 1. FC Köln (das Spiel endete 0:0) wurden Sie auf der Internetseite Ihres Vereins mit den Worten zitiert: »Ich habe mein Trikot natürlich nicht getauscht und mit nach Hause genommen. Ich weiß noch nicht was ich damit mache.« Was ist mit dem guten Stück passiert?

Ich glaube, das liegt noch in meiner Tasche. Nein, halt, das hat mein Papa mit nach Hause genommen.



Ihr Vater ist also Werder-Fan? In der Jugend spielten Sie schließlich auch für Neuruppin und Cottbus.

Der ist immer Fan von dem Verein, für den ich spiele. Bei mir ist das anders: Ich war schon als kleiner Junge Werder-Fan.

Sie haben in dieser Saison 14 Spiele für Werders zweite Mannschaft in der dritten Liga absolviert. Inwiefern spürt man als Torhüter den Unterschied zwei Ligen höher?

Die Aufgaben bleiben ja gleich: Ich muss mein Tor sauber halten. Was man merkt ist die Qualität der Mitspieler. Ohne den Kollegen aus der dritten Liga auf die Füße treten zu wollen.

Gegen Köln hatten Sie eine starke Szene, als Sie im Eins-gegen-Eins-Duell mit Novakovic die Ruhe bewahrten und seinen Schuss mit dem Fuß abwehren konnten. Gibt es für solche Momente ein Patentrezept?

Gerade weil wir so offensiv spielen und die Verteidiger weit mit nach vorne rücken, passiert das ja nicht selten, dass man als Torhüter vor solchen Aufgaben steht und ein Stürmer alleine auf einen zu rennt. Das einfachste Mittel: Stehen bleiben. Stehen bleiben und zwar so lange, bis der Angreifer vergessen hat, was er eigentlich vorhatte.

Eine kleine Randgeschichte Ihres Debüts war, dass in dieser Partie erstmals der neue WM-Ball eingesetzt wurde. Probleme scheinen Sie damit nicht gehabt zu haben?

Weil es als Torwart deine Aufgabe ist jeden Ball zu halten, der auf dein Tor fliegt. Ganz gleich, aus welchem Material der besteht. Sagen wir es so: Ganz gerade fliegt dieser Ball nicht. Aber seit dem Köln-Spiel habe ich auch nicht mehr mit dem WM-Ball gespielt.

Weil Sie seither nicht mehr eingesetzt wurden.

Weil wir im Verein mit anderen Bällen trainieren.

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