Sean Dundee über sein nächstes Comeback

»Ich habe viele Fehler gemacht«

Das »Tor-Krokodil« ist zurück. Sean Dundee schnürt vier Jahre nach seinem Karriere-Ende wieder die Fußballschuhe. In der neunten Liga. Wir sprachen mit ihm über Heimatgefühle, sportliche Ambitionen und seine Zeit bei der Bundeswehr.

Sean Dundee, am Wochenende stieg das Top-Spiel der Kreisklasse A1, Karlsruhe. Ihr VSV Büchig gegen die SV K-Beiertheim. Haben Sie gespielt?
Leider ja (lacht).

Warum leider?
Wir haben 0:5 verloren.

Im Spielbericht auf der Homepage des Vereins standen Sie bei Ihrem Debüt an vierter Stelle. Sie sind doch aber nicht als Abwehrspieler aufgelaufen?
Was? Nein! Ich bin und bleibe natürlich Stürmer.

Wie sind Sie beim VSV Büchig gelandet?
Ich bin seit zwei Monaten wieder in Deutschland und dann vor ein paar Wochen zu einem Spiel des VSV gegangen. Trainer Nejat Yüksel ist ein Freund von mir, seit er während meiner Zeit beim KSC ein Probetraining absolviert hatte. Er hat mich gefragt, ob ich nicht wieder ein bisschen kicken möchte. Ich habe kurz überlegt und dann gedacht: Warum nicht?

Wie sind Sie von der Mannschaft aufgenommen worden?
Sehr gut. Die Jungs sind super, da gab es überhaupt keine Berührungsängste oder Probleme.

Ihre bis dahin letzte Station hatten Sie in Ihrem Geburtsland Südafrika. Warum sind Sie nach Deutschland zurückgekehrt?
Deutschland hat mir gefehlt. Das hier ist meine Heimat. Und bei meinem letzten Verein in Südafrika hat es auch nicht richtig gepasst. Schade eigentlich. Denn das war meine erste Erstliga-Station in Südafrika. Bevor ich mit 19 nach Deutschland kam, hatte ich in Südafrika nur in der zweiten Liga gespielt.

Wie geht es denn Ihrem Rücken? Es hieß, Sie hätten wegen anhaltender Schmerzen Ihre Karriere beenden müssen?
Dem Rücken geht es sehr gut, danke. Ich habe hier noch kein Auto, laufe viel. Das tut gut.

Wie oft trainieren Sie in der Kreisklasse?
Wir trainieren zweimal die Woche. Aber ich mache nebenher noch meine Extra-Einheiten. Ich fühle mich fit. In meinen Beinen steckt noch ein gutes Jahr!

Sie wollen noch mal richtig angreifen?
Abwarten. Das hier ist jetzt erstmal ein Test für mich. Wir wollen noch aufsteigen. Und dann sieht man weiter. Aber ich habe das Gefühl, dass ich noch auf einem höherem Niveau mithalten kann. Und ich liebe den Fußball. Warum sollte ich dann aufhören?

Andere werden Trainer.
Wenn ich als Trainer arbeite, dann im Jugendbereich. Das kann ich mir gut vorstellen und das möchte ich später auch machen. Ich habe in meiner Karriere viele falsche Entscheidungen getroffen, viele Fehler gemacht. Den Jungs mitzugeben, dass sie wachsam sein müssen, und nicht jedem einfach blind vertrauen sollten, das wäre eine schöne Aufgabe für mich.

Welcher Ihrer Trainer hat Sie am meisten geprägt?
Jeder Trainer hatte seine Vorzüge. Aber wenn ich etwas für mich übernehmen konnte, dann die Einstellung von Felix Magath. Der hat immer gesagt, man solle nie zufrieden sein. Und das war vielleicht das, was mir im Weg stand. Mein Traum war es immer, Profifußballer zu werden. Als ich das geschafft hatte, habe ich es versäumt, mir neue Ziele zu setzen.

Ausgerechnet Felix Magath, der harte Hund?
Ach, ich habe Härteres erlebt. Nachdem ich eingebürgert worden war, musste ich zur Bundeswehr. Da war ich dann für ein Jahr in der Sportfördergruppe. Immer Montags früh. Die Grundausbildung war im November und Dezember. Da war es entsprechend kalt und hart. Und danach noch zum Training. Da hat mich das Training von Felix Magath nicht mehr geschockt.

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