13.03.2009

Schindzielorz über seine Karriere

»Da hilft Dir auch kein Plan«

Sebastian Schindzielorz kehrte beim VfL Wolfsburg zurück in die Bundesliga. Er kann schon  jetzt auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Wir sprachen mit ihm über seinen Weg, Aberglaube und Pläne im Profifußball. 

Interview: Benni Kuhlhoff Bild: Imago
Schindzielorz über seine Karriere
Sebastian Schindzielorz, wie abergläubisch sind Sie?

Ich denke, dass jeder Fußballer seine kleinen Rituale hat. Ich betrete zum Beispiel den Platz immer zuerst mit dem linken Fuß und verlasse ihn immer mit dem rechten. Den genauen Grund dafür kann ich gar nicht sagen, das hat sich über die Jahre so eingespielt. Aber insgesamt würde ich sagen, dass ich nicht übermäßig abergläubisch bin.

Sie wurden in ihrer Karriere immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen und mussten sich hoch arbeiten. Helfen einem diese Rituale dabei, wieder ein bisschen Sicherheit in seinen Alltag zu bekommen?

Nein, ich denke meine Verletzungen haben keinen Einfluss auf bestimmte Rituale gehabt. Da spielten andere Faktoren eine Rolle. Man sollte das alles nicht überbewerten.



Also hatte es für Sie auch keine besondere Bedeutung, dass Sie Ihre Bundesliga-Rückkehr nach über 1000 Tagen gegen ihren alten Verein VfL Bochum feiern konnten?

Das war schon etwas Besonderes. Ich habe immerhin 15 Jahre in Bochum gespielt. Ich bin ein Junge aus dem Ruhrgebiet, das hat man einfach in sich. Aber im Grunde hätte es mich auch genauso gefreut, wenn ich gegen einen anderen Verein mein erstes Spiel gemacht hätte.

Wie haben Sie eigentlich erfahren, dass Sie im Spiel gegen Bochum erstmals wieder im Kader der Profis stehen würden?

Der Trainer kam nach dem Abschlusstraining zu mir und sagte, dass ich mit nach Bochum fahre. Das war ein wunderschönes Gefühl und auch eine Bestätigung für die harte Arbeit, die ich in den schweren Zeiten nach Verletzungen immer wieder hatte. Ich habe mich einfach nur riesig gefreut.

Kannten Sie in Bochum überhaupt noch jemanden aus Ihrer damaligen Zeit?

Einige Spieler kannte ich schon noch, wenn auch nicht aus meiner Zeit beim VfL. Mit Christoph Dabrowski und Marcel Maltritz habe ich in der U-21 Nationalmannschaft zusammen gespielt, Oliver Schröder kannte ich noch aus Köln. Direkte Mitspieler aus meiner Bochumer Zeit waren beim Spiel aber nicht mehr dabei, nur im Betreuerstab kannte ich noch viele.

Und haben Ihnen die alten Wegbegleiter wenigstens kurz gratuliert?

Es gab schon kurze Gespräche. Nach dem Spiel haben dann auch ein paar ehemalige Mannschaftskollegen angerufen und mir gratuliert. Es war schön zu merken, dass sich auch andere mit einem freuen.

In Bochum spielten Sie seit der E-Jugend, wurden dort zum U-21 Nationalspieler. Wie sehr hängen Sie noch an Bochum?

Ich hänge sehr an der Stadt. Ich habe dort viele Freunde, meine Familie wohnt noch immer da. Mein Ziel ist es, irgendwann wieder zurück zu kehren. Aber wann das sein wird, steht noch in den Sternen. Ich will auf jeden Fall noch ein paar Jahre erfolgreich Fußball spielen.


Trotz Ihrer Verbundenheit zum VfL Bochum zog es Sie zum zur Saison 03/04 zum 1.FC Köln. War der Wechsel der nächst logische Schritt in Ihrem Karriereplan?


Natürlich hatte ich mir so etwas wie einen roten Faden gesponnen, wie meine Karriere in etwa laufen sollte. Ich wollte nach 15 Jahren in Bochum raus und einen neuen Verein, eine neue Stadt kennen lernen. Das war mir wichtig, für meine sportliche und persönliche Entwicklung. Leider kam es dann ganz anders. Ich habe gemerkt, dass man sich im Fußball keine Pläne zurecht legen kann.

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