25.03.2014

Schalkes Fan- und Sicherheitschef vor dem Revierderby

»Wenn Mist gebaut wird, ergreifen wir Maßnahmen«

Volker Fürderer ist der mächtigste Mann, wenn es bei Schalke 04 um die Themen Fans und Sicherheit geht. Vor dem Derby gegen Borussia Dortmund sprachen wir mit ihm.

Interview: Alex Raack Bild: Markus Burke

Volker Fürderer, seit dem 1. Januar 2014 bekleiden Sie die neu geschaffene Position des »Direktors Fanbelange, Mitglieder und Sicherheit« beim FC Schalke. Bitte definieren Sie Ihr Jobprofil.
Nun, das ergibt sich schon aus dem Namen des Titels: Alles, was auf Schalke mit den Themen Fans, Mitglieder und Sicherheit zu tun hat, fällt in diesen Verantwortungsbereich. Der neue Posten geht mit einer internen Neustrukturierung einher, vor allem, was die Arbeit mit unseren Fans betrifft. Gemeinsam mit aktuell 14 Mitarbeitern will ich diesen Anforderungen gerecht werden.

In der Zusammenarbeit mit Fußballfans ist ein gewisser Stallgeruch nicht von Nachteil. Verfügen Sie darüber?
Ich habe eine Stadionvergangenheit, wenn Sie das meinen. Was für meinen Job allerdings noch wichtiger ist, ist, dass ich mich auf Schalke extrem gut auskenne. Ich bin hier kurz vor der Inbetriebnahme der Arena 2001 angefangen, war zunächst für das elektronische Bezahlsystem zuständig, später Ordnungsdienstleiter und Veranstaltungsleiter, zuletzt Sicherheitsbeauftragter. Darüber hinaus war ich seit 2005 Geschäftsführer der Arena Management GmbH. Ich kenne mein Umfeld und mein Umfeld kennt mich.

Als Sicherheitsbeauftragter waren Sie in der jüngeren Vergangenheit für einige unpopuläre Maßnahmen zuständig, die Ihnen in der Fanszene eine Menge Kritik eingebracht haben. Das Fanzine »Schalke Unser« schrieb nach Ihrer Ernennung zum Direktor Fanbelange: »Da haben sich viele Gräben aufgetan, die es zuzuschütten gilt – ein Bagger allein wird da kaum reichen.« Fehlt Ihnen das nötige Standing in der Kurve?
Das glaube ich nicht. Aber ich habe mir viele Gedanken gemacht, ob es die richtige Entscheidung ist, Fans und Sicherheit im gleichen Arbeitsbereich miteinander zu verbinden. Als Sicherheitsbeauftragter habe ich in der Vergangenheit Entscheidungen fällen müssen, die zum Teil mit den Interessen der Fans kollidiert sind. Letztlich bin ich aber davon überzeugt, dass wir sehr gut daran tun, die Themen Fans, Mitglieder und Sicherheit eng miteinander zu verzahnen.

Warum?
Weil es letztlich zusammengehört. Sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen funktionieren natürlich besser, wenn Fans sie unterstützen. Jene können umgekehrt profitieren, zum Beispiel, wenn durch Absperrmaßnahmen gewalttätige Auseinandersetzungen verhindert werden. Am Ende des Tages geht es darum, zum Wohle des Vereins zu handeln und alles unter einen Hut zu bringen. Dafür müssen auch mal Maßnahmen getroffen werden, die nicht jedem gefallen.

Wie die äußerst umstrittenen Ganzkörperkontrollen beim Champions-League-Spiel gegen den FC Basel?
Aus damaliger Sicht war es die richtige Entscheidung Zelte aufstellen zu lassen, um die Fans entsprechend zu kontrollieren. Die Informationen, die wir von den Kollegen aus Basel hatten, haben das gerechtfertigt. Aus heutiger Sicht würde ich jedoch sagen: Diese Art von Kontrollen sind nicht mehr nötig. Zwar wird sich der ein oder andere beim Zelt überlegen, ob er tatsächlich versucht, Pyrotechnik in eine Arena einzubringen. Es wird jedoch von den Kritikern immer mit Intimkontrollen gleichgesetzt. Diese hat es übrigens beim Basel-Spiel nicht gegeben, nur in Einzelkabinen wurde genauer kontrolliert.

Wie bewerten Sie nachträglich den unverhältnismäßig harten Einsatz der Polizei während der Champions-League-Partie gegen PAOK Saloniki?
Da die Vorfälle noch Teil eines laufenden Ermittlungsverfahrens sind, werde ich zu Geschehnissen selbst nichts sagen. Nur so viel: Da wurden Fehler gemacht und auch wir werden daraus unsere Lehren ziehen.

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