19.09.2010

Schalke-Legende Dietmar Schacht über das Revierderby und Südkorea

»60.000 Fans schrien Didi!«

Dietmar Schacht war Ende der 80er Spieler von Schalke 04 und trainiert heute den Westfalenligisten 1. FC Kaan-Marienborn. Wir sprachen mit ihm über seine Zeit in der Frauenbundesliga, seine Zeit in Südkorea und das Revierderby.

Interview: Christian Lawendel Bild: Imago
Dietmar Schacht, lange nichts von Ihnen gehört. Was machen Sie heute?

Dietmar Schacht: Ich war anderthalb Jahre in Liechtenstein mit Pierre Litbarski zusammen. Dort war ich Co-Trainer und gleichzeitig Chef-Scout. Jetzt bin ich im Siegerland als hauptamtlicher Cheftrainer und Sportlicher Leiter bei dem Westfalenliga-Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn.



Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Dietmar Schacht: Zum einen, dass ich zurück nach Deutschland konnte und zum anderen ein Verein, der einen positiv fußballverrückten Präsidenten mit großen Ambitionen hat. Der Verein möchte in den nächsten Jahren weiter nach oben kommen. Zudem bin ich wieder in der Nähe meines geliebten Ruhrgebiets. Ich möchte in Zukunft auch weiter als Trainer in Deutschland arbeiten.

Vor Ihrem Engagement in der Westfalenliga waren Sie beim FC Vaduz, ein Exot im europäischen Fußball. Reizt Sie das Besondere?

Dietmar Schacht: Ich habe schon einiges Besonderes gemacht. Im Frauenfußball war ich tätig, habe in der 2. Bundesliga beim MSV Duisburg und der Jugend in Düsseldorf gearbeitet und war einer der jüngsten Zweitliga-Trainer und Trainer der Nationalmannschaft der geistig Behinderten. Ich hatte jetzt auch zwei Anfragen aus dem afrikanischen Raum. Natürlich reizt das Besondere. Ich wollte aber unbedingt wieder in Deutschland arbeiten. Wenn man aber zurück kommt, muss man sich alles wieder neu erarbeiten.

Was heißt das?

Dietmar Schacht: Mein Ziel ist es natürlich, als Trainer weiter nach oben zu kommen, sei es mit meiner Mannschaft oder einer anderen. Es geht ja immer um Angebot und Nachfrage. Das ist die große Geschichte.

Sie haben Ihre Zeit im Frauenfußball schon erwähnt. Ist es eine Umstellung eine Damenmannschaft zu trainieren?

Dietmar Schacht: Es war eine tolle Erfahrung, die ich dort gemacht habe. Ich habe fleißige Mädchen und Frauen angetroffen, die Erfolg haben wollten. Wir haben trainiert wie bei den Männern. Das Problem ist nur aus dem Frauenfußball wieder raus zu kommen.

Warum?

Dietmar Schacht: Ich habe Gespräche geführt, bei denen mir einige Manager sagten, dass man bei ausbleibendem Erfolg es auf meine Zeit im Frauenfußball schieben würde. Ich hatte aber das große Glück, die geistig Behinderten zu trainieren. Zudem dachte mein alter Freund Pierre Litbarski an mich. So konnte ich im Männerfußball wieder Fuß fassen.

Sie hatten beim Frauenbundesligisten SC 07 Bad Neuenahr einen Vertrag bis 2012. Warum wurde er nach zwei Jahren gekündigt?


Dietmar Schacht: Ich hatte leider nicht mehr den Erfolg wie vorher. Im ersten Jahr erreichten wir Platz vier, die beste Platzierung, die der Verein je erreicht hat. Im zweiten Jahr lief es nicht mehr so gut und ich musste gehen. Wir haben uns ein bisschen abgenutzt. Da trennt man sich eher vom Trainer, als von acht Spielerinnen.

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