13.04.2007

Rudi Völler im Interview

„Das ist doch Quatsch!“

Drei Niederlagen in Folge – Bayer Leverkusen tritt nicht gerade mit stolz geschwellter Brust beim FC Bayern an. Die zuletzt gezeigten Leistungen brachten vor allem Sportdirektor Rudi Völler in Rage. Wir sprachen mit ihm über seinen Gefühlshaushalt.

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago


Was sind die Stärken, was die Schwächen Ihres Gegners am Sonntag?

Herzstück des FC Bayern ist sicherlich die Innenverteidigung. Obwohl die gegen Mailand zwei Tore gefressen hat. Lucio ist auf dieser Position wohl der stärkste Spieler in der Bundesliga. Das war schon zu Leverkusener Zeiten so. Und van Buyten hat sich gefangen. Nach vorne tun sich die Bayern in dieser Saison einigermaßen schwer. Sie schießen recht wenig Tore.

Trauen Sie dem FC Bayern noch die Meisterschaft zu?


Man soll nie nie sagen. Momentan geht es für Bayern aber darum, einen Champions-League-Platz zu ergattern. Das wissen auch die Spieler und die Verantwortlichen.

Vier Mannschaften kämpfen noch um den Meistertitel und zwölf gegen den Abstieg. Bleiben noch Leverkusen und Nürnberg, die den letzten freien Uefa-Cup-Platz ausspielen. Haben Sie eine Erklärung für diese eigenartige Konstellation?

Da muss ich passen. Es ist auf jeden Fall phantastisch für die Fans. Die Ausgangslage ist unwahrscheinlich spannend. Jeder Verein kann noch etwas erreichen.

Nach dem Auswärtsspiel gegen den FC Bayern kommt der 1. FC Nürnberg in BayArena. Eine Art Endspiel um den Uefa-Cup-Platz?

Nein, das würde ich nicht so sagen. Danach kommen noch vier Spiele. Da kann viel passieren.

Vor Saisonbeginn wird Bayer 04 Leverkusen immer wieder mal als Geheimfavorit gehandelt. Bislang hat es aber nicht zum Meistertitel, sondern nur zu vier zweiten Plätzen gereicht. Was fehlt Bayer 04 Leverkusen, um ganz oben zu stehen?

Das ist mir neu, dass wir als Titelanwärter gehandelt werden. Man muss realistisch bleiben. Das zeichnet Bayer 04 Leverkusen auch aus. Wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten wie ein FC Bayern München oder ein paar andere Vereine in der Bundesliga. Wir wollen im internationalen Geschäft vertreten sein. Das ist unser Ziel. Und da sind wir auch in dieser Saison auf einem guten Weg.

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