13.04.2007

Rudi Völler im Interview

„Das ist doch Quatsch!“

Drei Niederlagen in Folge – Bayer Leverkusen tritt nicht gerade mit stolz geschwellter Brust beim FC Bayern an. Die zuletzt gezeigten Leistungen brachten vor allem Sportdirektor Rudi Völler in Rage. Wir sprachen mit ihm über seinen Gefühlshaushalt.

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago
Herr Völler, für manche Beobachter hatte Ihre Reaktion auf das verlorene Spiel gegen Bochum etwas vom Wutausbruch nach dem Länderspiel 2003 in Island. Sind Sie manchmal zu emotional?

Das ist doch Quatsch! Seit der Geschichte mit Waldi werde ich in eine bestimmte Schublade gesteckt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein ruhiger Zeitgenosse bin. Aber bestimmte Dinge muss man auch mal in aller Deutlichkeit ansprechen. Mehr habe ich am vergangenen Sonntag nicht getan. In aller Ruhe. Das war doch keine Wutrede.



Haben Sie in dieser Woche mit dem Unglücksraben Karim Haggui gesprochen? Wem haben Sie Sondereinheiten angedroht, damit „solche Scheiß-Pässe“ wie beim 1:4 gegen Bochum nicht mehr passieren?

Da wiederhole ich mich gerne. Wenn Fehler gemacht werden, dann muss man im Training etwas dagegen tun. Ich selber habe nicht mit Haggui gesprochen. Das ist Sache der Trainer.

Schalke auswärts besiegt, Stuttgart daheim geschlagen. Es lief gut. Dann aber eine 1:4-Klatsche gegen den Abstiegskandidaten Bochum drei Tage nach einer 0:3-Heimpleite gegen Osasuna im Uefa-Cup. Wie erklären Sie sich die starken Formschwankungen?

Wir haben in der Tat eine sehr launische Mannschaft. Es gab ja nicht nur die Niederlage gegen Bochum, sondern auch eine gegen Hannover. Und ein paar Spiele haben wir glücklich gewonnen. Eine Erklärung für das Auf und Ab habe ich nicht. Ich hoffe nur, dass sich das Team seine Unberechenbarkeit für das Spiel am Sonntag gegen den FC Bayern bewahren kann und diesmal positiv überrascht. Am Donnerstag beim 0:1 im Rückspiel gegen Osasuna hat die Mannschaft immerhin eine engagierte und ordentliche Leistung gezeigt.

Woran haperte es zuletzt?

Die Mannschaft spielt gut nach vorne. Wir gehören mit Bremen und Stuttgart vielleicht zu den Teams in der Bundesliga, die den attraktivsten Fußball zeigen. Aber in der Rückwärtsbewegung stimmt nicht alles. Das hat sich bereits in der einen oder anderen Partie gezeigt, die wir glücklich gewonnen haben. Gegen defensiv eingestellte Teams wie Bochum oder Hannover rennen alle nach vorne. Prompt verlieren wir. Vielleicht liegen uns deshalb Spitzenmannschaften wie Schalke und Stuttgart besser.

Gilt das auch für den FC Bayern München?


Wir fahren auf jeden Fall nach München, um zu punkten.

Heißt punkten, Sie wollen gewinnen?


Beim FC Bayern muss man auch mit einem Unentschieden zufrieden sein. Das gilt auch für diese Saison.

Waren Sie enttäuscht von der Vorstellung des FC Bayern gegen den AC Mailand?

Nein keineswegs, die Bayern haben in der zweiten Halbzeit alles versucht. Aber gegen eine Spitzenmannschaft wie AC Mailand wird es nach einem 0.2-Rückstand verdammt schwer.

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