07.07.2011

Robin Dutt über seinen neuen Job und Arturo Vidal

»Vidals Verkauf in der Bundesliga ist ausgeschlossen«

Vidal, Vidal – in allen Zeitungen dieser Name. Verlässt der Chilene Bayer Leverkusen? Wir sprachen mit Robin Dutt über einen Wechsel innerhalb der Bundesliga, die Tücken des Trainerberufs und seine ambitionierten Ziele mit Leverkusen.

Interview: Manuel Schumann Bild: Imago
Robin Dutt, die ersten zwei Trainingswochen liegen hinter Ihnen, wie ist Ihr erster Eindruck?

Robin Dutt: Sehr gut! Die Jungs machen mir schon in den ersten Tagen richtig Spaß – sie sind sehr belastbar und geben Gas. Auf die Nationalspieler mussten wir anfangs leider noch verzichten, sie kamen erst am 30. Juni dazu. Aber sie haben sich auf hohem Niveau eingefügt.



Sie sind kein Freund von Lauftrainingslagern. Was stört Sie daran?

Robin Dutt: Laufen kann man auch während des Fußballspielens. Ich finde, der Ball sollte bei den meisten Trainingseinheiten im Mittelpunkt stehen – das ist enorm wichtig. Ich bin ein klarer Gegner von Lauftrainingslagern.

Der Spiegel bezeichnete Sie vor kurzem als »Trainer der Zukunft«. Fühlen Sie sich geschmeichelt?

Robin Dutt: Es gibt jedes Jahr ein paar Trainer, die ordentlich gehypt werden, das ist völlig normal. Es kann aber auch schnell passieren, dass genau diese Kandidaten ein Jahr später auf der Abschussliste stehen. Ich bin doch nicht blauäugig. Jeder Trainer tut gut daran, sich von außen nicht beeinflussen zu lassen. Entscheidend ist, dass mich die Leute hier in Leverkusen für den richtigen Trainer halten. Alles andere ist unerheblich.

Sie betonen immer wieder, wie wichtig es Ihnen sei, die Spieler individuell zu behandeln. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihre Spieler gut kennen. Wie wollen Sie das so schnell schaffen?

Robin Dutt: Jeder Mensch wird von anderen Motiven geleitet und benötigt folglich auch eine individuelle Behandlung. Der Schlüssel heißt »Kommunikation«; ich muss in kurzer Zeit so viel wie möglich kommunizieren, um meine Spieler kennenzulernen. Jeder tickt schließlich anders.

Zuletzt ist immer wieder von einer neuen Trainergeneration die Rede gewesen - erfahrene Persönlichkeiten wie Felix Magath und Louis van Gaal werden im Gegenzug häufig als Auslaufmodelle bezeichnet.

Robin Dutt: Das geht absolut zu weit! Ich denke, der Bundesliga tut es gut, wenn bei den achtzehn Vereinen verschiedene Trainertypen auf der Bank sitzen. Trainer, die sich in ihren jeweiligen Herangehensweisen unterscheiden. Nur so kann sich die Liga auch weiterentwickeln. Momentan sind wir hier in Deutschland sehr gut aufgestellt,  von Auslaufmodellen kann keine Rede sein.

Stört es Sie, dass Bundesligatrainer in der Öffentlichkeit nur selten an Ihrer täglichen Trainingsarbeit und Mannschaftsführung gemessen werden?

Robin Dutt: Damit müssen wir leben. Die öffentliche Meinung orientiert sich nun mal am Ergebnis, das weiß man vorher. Wem das alles zu viel wird, der sollte sich einen ruhigen Schreibtischjob suchen. Bundeligatrainer müssen widerstandsfähig sein; Druck ist in diesem Beruf programmiert.

Apropos »Druck«, wie schalten Sie ab, Herr Dutt?

Robin Dutt: Ich habe nicht das Bedürfnis, abzuschalten.

Brauchen Sie im Alltag keinen Ausgleich?

Robin Dutt: Wenn es einen gäbe, würde ich den sicherlich nicht verraten. (lacht) Ich bleibe einfach im Alltag, analysiere die letzte Aufgabe und versuche, die nächste Hürde entsprechend anzugehen, ganz simpel.

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