18.12.2007

Robin Dutt im Interview

„Trainer brauchen keine Macht“

„Nie wieder wird ein Trainer beim SC Freiburg solche Kompetenzen erhalten wie Volker Finke“, sprach Präsident Stocker. Unter diesem Menetekel trat Robin Dutt im Sommer sein Amt an. Macht das Hütchenaufstellen Spaß, Herr Dutt?

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Herr Dutt, vor einem halben Jahr sagten Sie bei uns im Interview: »In Freiburg fehlt mir nichts zu meinem Glück«. Sehen Sie das immer noch so?

Da hat sich nichts dran geändert, das Arbeiten ist hier immer noch sehr angenehm. Wir haben viel Qualität im Verein. Als Trainer kann man hier seine Vorstellungen umsetzen, und es gibt sicherlich schlechtere Jobs in Deutschland, als Trainer in Freiburg zu sein.



Präsident Achim Stocker hatte zum Ende der Ära Finke gesagt: »Nie wieder wird ein Trainer unter meiner Führung beim SC Freiburg solche Kompetenzen erhalten«. Haben Sie trotzdem genügend Macht erhalten?

Ein Trainer braucht keine Macht. Ein Trainer muss die Vorstellungen, die er hat, umsetzen können. Das heißt, er braucht die Kompetenz im Bereich Kaderzusammenstellung, bei der Zusammensetzung seines Funktionsteams und bei der Auswahl der technischen Hilfsmittel, die er fürs Training braucht. Und diese Kompetenzen bekomme ich zu 100 Prozent zugestanden.

Die Zielsetzung Mittelfeldrang haben Sie derzeit mit dem dritten Tabellenplatz mehr als erfüllt. Waren Sie auch mit der Art und Weise, wie das Ziel erreicht wurde, zufrieden?

Mehrheitlich schon. Besonders zu Hause haben wir sehr gute Leistungen gebracht. Demzufolge ist auch das Zuschauerinteresse deutlich gestiegen. Wir liegen derzeit weit über dem Schnitt und hatten gegen Mönchengladbach ein ausverkauftes Haus. Das spricht für die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt. Wir sind da auf einem guten Weg.

Vor einem halben Jahr sagten Sie noch, dass Sie den heraufbeschworenen Umbruch nicht erkennen können. Jetzt gab es doch jeweils neun Zu- und Abgänge.


Ich hatte gesagt, dass der Umbruch bei uns nicht größer als bei anderen Mannschaften verlaufen wird. Bei jeder Mannschaft kommen und gehen zur neuen Saison viele Spieler und es gibt genügend Mannschaften in der 2. Liga, die einen wesentlich größeren Wechsel verkraften mussten.

Also war die Integration der vielen neuen Spieler für Sie kein Problem.


Das ist eine ganz normale Aufgabenstellung für einen Trainer und nichts Freiburg-Spezifisches. Mein Kollege Bruno Labbadia musste in Fürth viel mehr Spieler integrieren. In Mainz war es ähnlich, und das ist ganz normal zu Beginn einer Saison.

Bei einigen Spieler wie Alexander Iaschwili heißt es, dass sie unter Volker Finke in Freiburg geblieben wären.


Das ist doch nicht mein Thema. Ich habe einen hervorragenden Kader mit genügend guten Spielern. Ich kann nicht über Spieler sprechen, die nicht in meinem Kader sind.

Ihr Ziel war besonders auch, einen reibungslosen Übergang zu schaffen. Ist das gelungen?

Das sollen andere bewerten. Wir als Trainerteam sind sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir arbeiten dürfen – nämlich Hand in Hand. Teamwork steht bei uns über allem, und vom Juniorentrainer bis zur Geschäftsstelle sind die Wege bei uns äußerst kurz. Darum macht es momentan auch sehr viel Spaß hier zu arbeiten.

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