Robin Dutt im Interview

„Es kann nur einen geben“

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Heft #68 07 / 2007
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Herr Dutt, Ihre Stationen als Spieler lagen ausschließlich in den Niederungen des Amateurbereichs, z. B. bei der SpVgg Hirschlanden, dem TSV Korntal und dem TSV Münchingen. Warum hat es nicht zu mehr gereicht?

Ich war offensiver Mittelfeldspieler, manchmal auch Stürmer. Die Technik und die Torquote waren zwar recht ordentlich. Aber ich war zu langsam. Da ich über eine ganz gute Selbsteinschätzung verfüge, war mir relativ früh klar, dass es für den Profibereich nicht reichen würde.

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Ihr Kollege Armin Veh vom Deutschen Meister VfB Stuttgart erzählte uns, er habe sich schon als junger Spieler nach jedem Training akribisch Notizen gemacht. Wann haben Sie begonnen, sich auf Ihre Trainerkarriere vorzubereiten?

Eigentlich ab dem Zeitpunkt, als ich erkannt hatte, dass ich kein Profispieler werden könnte. Ich habe auch als Spieler schon wie ein Trainer gedacht und überlegt: Warum und wozu machen wir jetzt dies oder jenes? Als 17-Jähriger habe ich die ersten Jugendmannschaften betreut, mit 21 die B-Lizenz gemacht und mich ernsthaft mit den Aufgaben eines Trainers auseinander gesetzt. Mit 22 habe ich dann eine A-Jugend übernommen, mit 29 war ich Spielertrainer in Leonberg. Aber dass ich damals schon an eine Karriere als Profi-Trainer gedacht hätte wäre sicherlich übertrieben formuliert. Ich war immer ganz in der Gegenwart.

Von Leonberg gingen Sie zu Ditzingen II, rückten in die erste Mannschaft auf, wurden zur Reserve der Stuttgarter Reserve geholt und 2003 schließlich zum Cheftrainer befördert. Das ist ein sachter, aber stetiger Aufstieg.

Ja, aber einen Karriereplan gab es nie, auch heute nicht. Für Trainerverhältnisse habe ich bei all meinen Stationen sehr lange gearbeitet. Ich habe mir immer sehr schwer vorstellen können, einen Verein zu verlassen. Wie gesagt: Ich war und bin immer ganz in der Gegenwart.

Hängt Ihre Treue zu den Vereinen mit Ihrer biographischen Verwurzelung in Schwaben zusammen?

Ich bin Süddeutscher und fühle mich hier auch sehr wohl. Hier liegen meine Wurzeln. Trotzdem würde ich mich als multikulturell bezeichnen, schließlich ist mein Vater Inder.

Konnten Sie von den ersten Engagements als Trainer überhaupt leben?

Nein, zuerst nicht. In Ditzingen reichte es dann zu einem bescheidenen Leben. Aber ich habe meine Entscheidungen ohnehin nie unter finanziellen Gesichtspunkten getroffen.

Haben Sie, als Sie Cheftrainer bei den Kickers wurden, gespürt, dass Ihnen die Erfahrung als Aktiver auf hohem Niveau fehlt?

Überhaupt nicht. Wenn man seinen Spielern zum zweiten Mal erzählt, dass man vor 25 Jahren das entscheidende Tor im Europapokal-Finale geschossen hat, dann wird’s langweilig (lacht). Die Burschen sind Anfang 20, damals waren sie noch nicht mal auf der Welt. Natürlich hilft es, wenn man schon als Aktiver eine Situation erlebt hat, der man sich als Trainer dann noch einmal stellen muss. Aber wenn einem das fachliche Rüstzeug fehlt, wird man als Trainer gar nicht erst wieder in ein Finale kommen. Man muss seine Spieler vielmehr argumentativ begeistern – und sich nur punktuell, wenn gewisse Spielregeln der Umgangsformen verletzt werden, autoritär verhalten.

Beim Trainerlehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie waren Sie der Jahrgangsbeste. Wollten Sie sich durch besonderen Fleiß den Respekt der Kollegen verdienen?

Ich war gar nicht besonders fleißig. Schließlich habe ich parallel die Stuttgarter Kickers trainiert. Ich habe den Lehrgang mit den Dingen abgeschlossen, die ich im Kopf hatte. Ich konnte dabei von all den Jahren profitieren, in denen ich schon wie ein Trainer gedacht hatte. Es hat sich also sogar als Vorteil herausgestellt, dass ich kein Profispieler war. Dennoch habe ich in diesem Lehrgang insbesondere im Umgang mit den Dozenten und Trainerkollegen sehr viel gelernt.

Was hat der Trainer Dutt dem Spieler Dutt voraus?

Das zu erklären würde mich der Gefahr des Eigenlobs aussetzen. Nur soviel: Es reicht heute nicht mehr, ein guter Spieler gewesen zu sein. Der Beruf hat sehr viele Facetten: Psychologie, Pädagogik, Trainingslehre, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Ich denke, dass ich das meiste davon recht gut beherrsche.

Welcher Trainer hat Sie darin geprägt?

Ich hatte kein Vorbild. Auch heute beziehe ich mich auf keinen anderen Trainer. Es ist ohnehin schwer, die Arbeit von Kollegen zu beurteilen. Es gibt nur einige Dinge, die ich aus der Außenperspektive sympathisch finde, etwa bei Hans Meyer oder aktuell auch bei Armin Veh.

Heute fordern Sie Ihre Spieler schon mal zum „Kratzen, Beißen, Spucken“ auf. Ist das die harte Schule, durch die Sie in den unteren Ligen gegangen sind?

Also, das ist ein Statement, mit dem ich in den letzten Wochen immer wieder konfrontiert werde. Das entspricht meiner eigentlichen Philosophie aber nicht im Geringsten. Deshalb will ich das hier mal erläutern. Ich habe das in meiner allerersten Zeit bei den Stuttgarter Kickers als Motto ausgegeben. Damals standen die Kickers im Tabellenkeller, und ich fand eine mannschaftliche Struktur vor, die alles andere als optimal war – vor allem, was die Mentalität anbelangte. Es ging um das nackte Überleben des Vereins.

„Kratzen, Beißen, Spucken“ waren also durchaus angebracht.

Natürlich nur im übertragenen Sinne. Gemeint war vor allem Leidenschaft und Einsatzwillen. Doch sobald wir den Klassenerhalt geschafft hatten und eine neue Mannschaft aufbauen konnten, haben wir einen sehr modernen Fußball gespielt, waren bekannt für ein sehr schnelles Kurzpassspiel. Auch die Nachwuchsförderung bei den Kickers ist heute vorbildlich. Die Kickers haben sich mit einem sehr geringen Etat in der Regionalliga gehalten. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal nach langer Zeit keine Auflagen bei der Lizenzvergabe bekommen. Das ist ein großer Erfolg.

Bei allem Respekt für Ihre Leistung: Hat es Sie selbst ein wenig verwundert, als im September letzten Jahres Hannover 96 anfragte, ob Sie der Nachfolger von Peter Neururer werden möchten?

Ja, natürlich! Hannover war damals Tabellenletzter. Dass die Vereinsführung in dieser Situation den Mut hatte, nicht einen großen Namen, sondern mit meiner Person ein Konzept holen zu wollen – das hat mich sehr erstaunt.

Im März erhielten Sie dann ein weiteres Angebot, diesmal aus Freiburg. Hatten Sie die dortige Entwicklung verfolgt, seit das Präsidium im Dezember 2006 die Trennung von Volker Finke beschlossen hatte?

Ich hatte die Entwicklung schon viel früher verfolgt. Schon vor dreieinhalb Jahren, als ich als Cheftrainer in Stuttgart anfing, habe ich die Arbeit von Volker Finke als vorbildlich bezeichnet. Sie hat mir immer imponiert.

Sie waren sich also durchaus bewusst, dass Sie ein schweres Erbe antreten würden.

Es gab keinen Grund, der gegen den SC Freiburg sprach. Ich war nur eben sehr verwurzelt bei den Kickers und hätte ihre Entwicklung auch gern weiter begleitet. Insofern gab es ein sofortiges Ja zu Freiburg, aber kein sofortiges Nein zu den Kickers. Aber nach einiger Zeit war dann schon klar: Jawoll, das mach’ ich!

Haben Sie damals schon geahnt, dass der SC Freiburg vor einer Zerreißprobe stehen würde?

Auch wenn mir das die Wenigsten glauben werden: Ich habe mich mit der politischen Thematik nie sehr intensiv befasst. Ich habe mich ebenso wenig an der inhaltlichen Diskussion beteiligt – und werde das auch in diesem Gespräch nicht tun. Ich habe mir zwei Dinge vorgenommen: Erstens, meine Aufgabe bei den Kickers bis zum Schluss perfekt zu machen. Und zweitens, mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich eine sehr hohe Verantwortung für den SC Freiburg und die gesamte Region übernehmen werde.

Im März sagten Sie in einem Interview mit der „Badischen Zeitung“, die Diskussion um die Trennung von Finke laufe „sehr sachlich“ ab. Würden Sie das heute auch noch so ausdrücken?

Noch einmal: Das wäre eine Bewertung, die ich nicht treffen möchte. Ich weiß nicht, wer was gesagt oder nicht gesagt hat – und es interessiert mich auch nicht. Mich interessiert die Gegenwart des SC Freiburg – und welche Potenziale sich daraus für die Zukunft ergeben.

Volker Finke hat bei seinem Abschied seinem Wunsch Ausdruck verliehen, dass sein Nachfolger nicht versuchen möge, sich den Strategien anderer Vereine anzunähern, sondern die Eigenheiten des SC Freiburg bewahren solle. Sind Sie Finkes Nachlassverwalter?

Die Rede habe ich gehört, das Wort Nachfolger ist nicht gefallen. Es war eine der Bedingungen an mich als Trainer, dass ich den eingeschlagenen Weg weiter beschreite. Ich habe in Stuttgart – unter den Regionalliga-Umständen – schon ähnlich gearbeitet. Man ist vermutlich nicht von Ungefähr auf mich gekommen.

Die Philosophie Finkes war allumfassend. Sie ging von der Mannschaftszusammensetzung bis hin zur Solarzelle auf dem Stadiondach. Können und wollen Sie sich auch auf diese Weise engagieren?

Mir ist nicht gesagt worden, dass ich mich um die Solarzellen kümmern soll. Und ich glaube, von mir erwartet auch niemand, dass ich aufs Stadiondach steige (lacht). Die sportliche Entwicklung jedoch, die Nachwuchsarbeit, der Lizenzspielerkader, die Präsentation des Vereins in der Öffentlichkeit – das sind meine Aufgaben als Trainer.

Volker Finke hingegen stand nicht nur auf dem Stadiondach, er war beinah allgegenwärtig. Sein Einfluss in Freiburg war geradezu politisch, und von vielen ist seine Machtfülle als erdrückend empfunden worden. Hoffen Sie, dass Ihre rein sportliche Herangehensweise als Wohltat empfunden wird?

Ich werde in Freiburg das tun, was ich immer tue: kommunizieren. Alles Weitere wird sich erweisen.

Sie signalisieren Offenheit. Aus gewissen Kreisen werden Ihnen jedoch Vorurteile entgegen gebracht. Fühlen Sie sich in Freiburg manchmal unerwünscht?

Sie sagen es: Es sind Vorurteile. Ich habe nach meiner Vorstellung im März Interviews gegeben und mich danach zurückgehalten. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Meinungen verfestigen, wenn ich mich nicht äußere. Aber nun habe ich die Chance, diese Vorurteile durch meine Arbeit zu widerlegen.

Von den erhitzten Gemütern wird Ihre Unerfahrenheit im Profibereich ins Feld geführt, sogar Ihre schwäbische Herkunft, die so gar nicht nach Südbaden passe. Macht Sie das wütend?

Ich habe Erfahrungen mit solchen Mechanismen. Wütend machen mich solche Ressentiments also nicht.

Achim Trenkle von der Fan-Initiative „Wir sind Finke“ hat gesagt: „Dutt muss nur beweisen, dass auch ein anderes Konzept als die Finke-Philosophie funktioniert.“ Das klingt mehr nach Bringschuld als nach einer Chance für einen jungen Trainer wie Sie.

Zum Teil gebe ich Herrn Trenkle Recht: Natürlich müssen wir beweisen, dass mein Team und ich für Freiburg die richtigen Leute sind. Ich möchte ihm aber in dem Punkt widersprechen, dass ein anderes Konzept funktionieren muss. Wir sind bereit, auf der vorhandenen Basis weiterzuarbeiten.

Haben Sie auch schon das Gespräch mit Volker Finke gesucht?

Ja, wir haben ein langes Gespräch geführt. Ich habe den großen Vorteil, dass ich seinen Trainerstab – mit Ausnahme von Achim Sarstedt – übernehmen werde. Von dieser Kontinuität werden wir alle profitieren.

Apropos Achim Sarstedt: Im April, unter dem Druck der „Wir sind Finke“-Initiative, entschieden sich die Verantwortlichen zu einer weichen Lösung: Achim Sarstedt sollte Finkes Nachfolger werden – obwohl man schon mit Ihnen einig geworden war. Man lud Sie nach Freiburg ein, um Sie noch vor Ihrem Amtsantritt zu entlassen und Ihnen eine Abfindung zu zahlen. Doch dann sprang Sarstedt ab, und das Treffen wurde Ihnen als Sondierungsgespräch verkauft.

Für mich hat sich seit dem Tag meiner Vertragsunterzeichnung nie etwas an meiner Einstellung zu meiner neuen Aufgabe in Freiburg geändert. Nie! Meine Ansprechpartner haben mir nie signalisiert, dass ich meine Planungen einstellen solle.

Sie müssen ein gesundes Selbstvertrauen haben, wenn Sie über solche Gerüchte hinweggehen.

Wie Sie schon sagen: Es sind Gerüchte. Als Trainer habe ich eine Aufgabe. Und solange ich von dieser Aufgabe nicht entbunden bin, verfolge ich sie mit aller Zielstrebigkeit. Ich wüsste im Übrigen auch nicht, was ich zu einer solchen Diskussion beitragen könnte.

Konnte das Präsidium Ihnen glaubhaft versichern, dass es sich tatsächlich nur um Gerüchte handelt?

Es gab für mich nie einen Anlass, das Präsidium darauf anzusprechen. Ich bin da sehr pragmatisch: Ich bin Angestellter und verfolge, wie gesagt, die Aufgabe, die man mir übertragen hat.

Präsident Achim Stocker sagte, wohl geschwächt von dem Machtkampf mit Finke: „Nie wieder wird ein Trainer unter meiner Führung beim SC Freiburg solche Kompetenzen erhalten.“

Als Trainer habe ich bestimmte Erwartungen an meinen Kompetenzbereich. Ich will entscheiden, welche Spieler ich hole, wie ich spielen und trainieren lasse, mit wem ich zusammenarbeite. Und diese Erwartungen sind in Freiburg erfüllt. Mir fehlt nichts zu meinem Glück.

Volker Finke traf die meisten Entscheidungen im Alleingang. Sehen Sie die Gefahr, dass all diejenigen, die unter ihm nichts mehr zu sagen hatten, jetzt mitreden wollen – und so Ihre Kompetenzen untergraben?

Ich weiß nicht, wer in der Vergangenheit mitreden durfte und wer nicht. Meine Tür steht immer offen – für jeden. Ein Trainer muss bereit sein, sich Argumente anzuhören. Wir sind im Zeitalter der Kommunikation. Ich habe mich bei den Stuttgarter Kickers auch nie über eine Mehrheit hinweggesetzt. Undemokratische Verhältnisse wird es bei mir nie geben – was den Entscheidungsprozess betrifft. Aber was die endgültige Entscheidung anbelangt, ob z. B. ein Spieler geholt wird oder nicht, da kann es aus sportlicher Sicht nur einen geben: den Trainer. Und der bin ich.

Was ist Ihre Zielsetzung für die kommende Saison? Der von Präsident Stocker geforderte Mittelfeldrang dürfte Sie wohl kaum befriedigen.

Ich finde es sehr sympathisch, dass Herr Stocker versucht hat, mir den Druck zu nehmen. Ich selbst denke, dass Freiburg ein Verein ist, in dem man nicht nur über die tatsächlichen Ziele, sondern auch über die Art und Weise, wie man diese Ziele erreicht, sprechen darf. Der SC Freiburg war und muss ein ganz besonderer Verein bleiben. Und wenn unsere Vorstellung von dem Fußball, den wir spielen wollen, Wirklichkeit wird, dann wird auch der Tabellenplatz zufrieden stellend sein.

Sind Sie erleichtert, dass der SC nicht aufgestiegen ist? Schließlich wäre Finke dann erst recht zum Heiligen ernannt worden, und Sie hätten unter umso größerer Beobachtung gestanden.

Das ist doch eine rhetorische Frage von Ihnen! Erstens: Volker Finke und seine Mannschaft hätten den Aufstieg verdient gehabt. Und zweitens empfinde ich keinen Unterschied zwischen dem Ziel, in der ersten Liga die Klasse zu erhalten, und dem Ziel, in der zweiten Liga einen Aufstiegsplatz zu erreichen.

Antar, Iashvili und Diarra haben den SC verlassen, 2008 laufen weitere Verträge aus. Erschwerte Bedingungen in einer ohnehin schweren Situation.

Es wurde gesagt, die Mannschaft falle auseinander. Bisher kann ich das nicht sehen. Sie haben drei Abgänge genannt – und Diarra war nicht einmal Stammspieler. Vielleicht werden wir noch den einen oder anderen Abgang haben. Damit muss jeder Trainer leben. Wir werden versuchen, die im nächsten Jahr auslaufenden Verträge zu verlängern. Ich vermute, in etwa 70 % der Fälle wird uns das auch gelingen. Ich kann also auch den Umbruch, der von vielen heraufbeschworen wird, nicht erkennen. Andere Vereine haben einen wesentlich größeren Umbruch zu bewältigen.

Der Verdacht, dass viele Spieler den Verein verlassen würden, speist sich aus der hohen Identifikation dieser Spieler mit Volker Finke. Wie wollen Sie die Lücke schließen, die der Abgang der Vaterfigur gerissen hat?

Eine emotionale Bindung entsteht automatisch, wenn man Tag für Tag zusammenarbeitet. Zu manchen Spielern ist die Verbindung sehr eng, zu manchen weniger eng. Das Besondere bei Volker Finke war, dass er so lange bei einem Verein gearbeitet hat. Unter den Spielern waren aber tatsächlich nur einige wenige, die länger als drei Jahre im Verein waren.

Was das Verhältnis zu den Fans betrifft: Ist es ein heimlicher Traum von Ihnen, dass an der Dreisam eines Tages „Wir sind Dutt“-Trikots getragen werden?

Ich werde mich bemühen, das Richtige zu tun und Anerkennung zu finden. Das möchte jeder Mensch und im Besonderen wir Trainer. Das ist in der Bundesliga nicht anders als in der Kreisliga. Dennoch wäre es mir lieber, wenn das Team im Vordergrund steht – und nicht ich als Einzelperson.

Befürchten Sie, dass Ihre Arbeit nicht dieselbe Wertschätzung erhält wie die Arbeit Volker Finkes?

Nein, ich bin frohen Mutes. Wenn ich mir eine Situation und einen Verein aussuchen könnte, dann wäre es der SC Freiburg.

Was macht den SC Freiburg für Sie zu diesem Traumverein?

Das eine ist etwas Emotionales: das gesamte Umfeld, von der Geographie bis hin zu der Art und Weise, wie der Verein wahrgenommen wird. Das ist etwas anderes als ein total erfolgsorientierter Verein, in dem man über Leichen geht. Und das andere sind die rein sportlichen Voraussetzungen, die ich dort vorfinde: Die Fußballschule, die Trainingsbedingungen und vor allem die Möglichkeit, dass meine Vorstellung vom modernen Fußball in Freiburg erwünscht sind.

Und dennoch, Herr Dutt: Sie hätten es auf Ihrer ersten Station als Profitrainer auch einfacher haben können.

Die Situationen, in denen ich die Vereine in der Vergangenheit übernommen habe, waren nie einfach. Ich brauche die Herausforderung. Und beim SC Freiburg habe ich sie gefunden.


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Im neuen 11FREUNDE-Heft zeichnen wir die Chronologie der Freiburger Zerwürfnisse nach.

Die Themen außerdem:

„Am Ende bin ich der Dumme“ – Frank Pagelsdorf im Interview

Deutsches Fußballmuseum – Chaos beim DFB

Sturm Graz – Sonnenkönig im Knast

Stadionposter Schalke 04

uvm.


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