03.05.2009

The Rifles-Sänger Joel Stoker packt aus

»Ich war besser als Becks«

Die 11FREUNDE-Slacker Bock und Apitius trafen Joel Stoker von der Band The Rifles. In ihrem besten Englisch quetschten sie den Rockstar aus und stellten in Aussicht, dass der amerikanische Präsident Barack Obama West Ham kauft.

Interview: Benjamin Apitius und Andreas Bock Bild: The Rifles
Joel Stoker, vor einiger Zeit fragten wir die Band Mando Diao, welcher Fußballklub ihre Band gerne wäre. Sie sagten: Manchester City. Welcher Klub wären The Rifles?

Sagten Mando Diao das, bevor die Scheichs ihre Millionen in den Klub butterten?

Nein, danach.

Ich wette, davor hätten sie einen anderen Klub genommen. Sei’s drum. Wir wären natürlich West Ham United.



Warum?

Ich wuchs auf im Londoner East End, 15 Minuten vom Upton Park (Stadion von West Ham United, Anm.) entfernt. Ich hatte schon früh eine Dauerkarte, ging jahrelang mit Freunden hin.

Hast du selbst gespielt?

Klar. Oft auch mit David Beckham.

Mit David Beckham?

David ist zwar einige Jahre älter als ich, doch wir kannten uns ewig. Wir wuchsen im selben Viertel auf, er ging zur selben Schule wie unser Schlagzeuger Grant, später spielten wir in einer »Sunday-Side«, in einer so genannten Sonntagsliga.

Ihr wart in jungen Jahren ähnlich talentiert?

Ich war ein bisschen besser.

Was ist passiert?

Ich kaufte mir eine Gitarre.

Hast du heute noch Kontakt zu David Beckham?

Wenn wir uns sehen, plaudern wir. Aber die Gelegenheiten werden natürlich seltener. Eigentlich ist der Kontakt seit dem Tag, als er dieses Traumtor von der Mittellinie für Manchester United schoss, berufsbedingt ziemlich eingeschlafen. Es war eines seiner ersten Spiele in der Premier Leage, er war ziemlich frisch aus dem Jugendteam zu den Profis hochgekommen. Kurze Zeit später kam er mit Posh Spice zusammen. Es ging alles so wahnsinnig schnell. Einige Wochen zuvor hatte ich ihn noch gesehen, wir kickten und unterhielten uns gut. Und plötzlich kannte ihn die ganze Welt. Irgendwie surreal.

Wie siehst du eigentlich die Entwicklung im Fußball? Gerade in England stehen die Investoren bei den Klubs Schlange.

Anfangs war es befremdlich, denn die meisten Klubs in England haben diesen Working-Class-Hintergrund. Und plötzlich werden sie finanziell von Außen gespritzt ohne Ende. Das Traurige ist auch, dass die Tage, in denen wirklich gute Manager die Klubs in England führten, lange vorbei sind. Kaum jemand vertraut noch auf die eigene Jugend.

So wie es Manchester United lange Zeit tat?

Genau. Das ist auch ein Grund, warum ich Manchester United mag. Gerade in der Saison, als die Mannschaft das Triple holte, bestand die Mannschaft aus vielen Spielern, die aus der eigenen Jugend kamen.

West Ham United wurde 2006 von dem Präsident des isländischen Fußball-Verbandes, Eggert Magnusson, übernommen.

Für eine Saison hatten wir unglaublich viel Geld. Aber dann war er plötzlich wieder weg.

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