10.07.2013

Richard Golz über seinen neuen Job bei Hertha BSC

»Der Torhüter ist der wichtigste Mann«

Richard Golz ist neuer Torwarttrainer bei Hertha BSC. Im Interview spricht der gebürtige Berliner über seine Rückkehr in die Hauptstadt, silberne Uhlsport-Trikots und eine Zukunft als Manager.

Interview: Dominik Bardow und Stefan Hermanns Bild: Imago

Herr Golz, Sie haben Abitur gemacht, ein BWL-Studium begonnen, besitzen die Trainer-A-Lizenz und haben ein Sportmanagementstudium abgeschlossen. Sind Sie als Torwarttrainer nicht überqualifiziert?
Ich habe ja noch ein paar Jahre vor mir. (lacht) Und mich interessieren einfach viele Dinge. Nach meiner Zeit als Spieler bin ich gleich in den Trainerjob reingerutscht. Da habe ich nicht lange nachgedacht – weil es mir die Möglichkeit eröffnet hat, mich erst einmal zu orientieren. Damals war mir noch nicht so klar, wo mein Weg hingeht.

Und jetzt? Haben Sie einen Karriereplan?
Was heißt Karriereplan? Man kann mit 70 noch Torwarttrainer sein. Vielleicht ist es aber auch mit 50 gesundheitlich nicht mehr so möglich, wie ich mir das vorstelle. Im Moment macht mir der Job viel Spaß, und das ist doch wunderbar: das machen zu dürfen, was Spaß macht.

Sie haben gerade ein Sport-und-Eventmanagement-Studium abgeschlossen. Das deutet auf eine Zukunft im Management hin.
Das habe ich ja schon oft gesagt, dass ich mir eine Tätigkeit im Management vorstellen kann. Aber ich habe das Studium nicht gemacht, weil ich kurzfristig in diesem Bereich arbeiten will. Ich hatte nach meiner Profikarriere einfach das Gefühl, ein Studium abschließen zu wollen. Beim HSV …

… wo Sie Co- und Torwarttrainer der U-23 waren …
… hatte ich genügend Zeit und Kapazität dafür. Und so ein Studium macht dich mit Sicherheit nicht dümmer. Das war eine richtig fruchtbare Zeit für mich: in eine andere Welt einzutauchen, neue Dinge aufzunehmen. Die Wochenendblöcke an der Universität in Krems waren wie Urlaub.

Waren Sie da »der Fußballer«?
Am Anfang wird man schon komisch angeguckt. Das hat sich aber mit der Zeit gegeben – als die gemerkt haben, dass ich auch ein Mensch bin.

Der Hamburger SV hat in diesem Frühjahr einen neuen Manager gesucht. Haben Sie mal Ihr Interesse signalisiert?
Nein, ich habe mich nicht beworben. Es hat auch niemand gefragt. Natürlich kann man oben anfangen. Aber ich finde, man sollte einen anderen Weg gehen. So wie Michael Preetz, der erst als Assistent von Dieter Hoeneß gearbeitet hat.

Haben Sie bei Preetz mal vorgefühlt?
Nein, nein, nein! Ich bin als Torwarttrainer hier! (lacht)

Welchen Gestaltungsspielraum haben Sie?
Viele glauben wahrscheinlich, wir sind nur dazu da, den Torwart warmzuschießen, damit er beim Abschlusstraining mitspielen kann. Ich glaube, man kann selbst mit über dreißig noch lernen. Ich habe zum Beispiel unseren Mann von Hertha-TV angehalten, mit seiner Kamera bei unseren Übungen draufzuhalten, damit wir die Technik analysieren und vielleicht das Verhalten verändern können.

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