07.05.2014

Regisseur Benjamin Rocher über seinen Zombie-Fußballfilm

»Es sind Mega-Hooligans!«

Endlich ist er da: Der erste Fußball-Zombiefilm! Regisseur Benjamin Rocher über untote Spielerberater, Mega-Hooligans und die Apokalypse im Stadion.

Interview: Stephan Reich Bild: Goal of the Dead

Benjamin Rocher, wir sind Ihnen zu Dank verpflichtet.
Wieso?

Sie haben der Welt tatsächlich den ersten Fußball-Zombiefilm beschert. Wie kam es dazu?
Ich habe vor einigen Jahren bereits einen Zombiefilm gedreht, »La Horde«, der recht erfolgreich war. Prinzipiell hatte ich nicht vor, einen weiteren Zombiefilm zu machen, aber die Produktionsfirma von »Goal of the Dead« ist auch jene, die »La Horde« produzierte und mit der ich immer noch zusammenarbeite. So bekam ich das Skript in die Finger, das mir auf Anhieb sehr gefiel. 


Es ist also nicht so, dass Sie als Fußballfan Ihr Hobby einfach zum Gegenstand Ihrer Arbeit gemacht haben?
Ehrlich gesagt bin ich gar kein großer Fußballfan. Am Drehbuch haben mich eher die starken Charaktere interessiert, denn der Sport.

Der Film dreht sich um den alternden Fußballstar Samuel Lorit, der mit seinem Verein Olympique Paris zu einem Pokalspiel in sein Heimatstädtchen Caplongue reist. Ein Provinznest, in dem schließlich während des Spiels die Zombie Apokalypse ausbricht.
Exakt. Lorit ist ein 35 Jahre junger Mann, der aber in der Welt, in der er lebt, bereits sehr alt ist und vor dem Karriereende steht. Hinzu kommen die anderen Protagonisten, die ebenfalls sehr starke, konfliktreiche Figuren sind. Der arrogante Jungstar, der vor einem 35 Millionen Euro schweren Transfer nach London steht und keinen Funken Teamspirit hat. Der altmodische Trainer, der noch standhaft an Werte wie Sportsgeist glaubt, und damit wie von gestern wirkt. Der windige Spielerberater, der nur an sich denkt und seinen Schützling zurücklässt.

Dafür, dass Sie selber kein Fan sind, steckt sehr viel Kritik am modernen Fußball in »Goal of the Dead«.
Ja, das stimmt. Aber nicht am Sport selber, sondern am Drumherum, an der Medienmaschine und dem Zirkus, der der moderne Fußball geworden ist. Ich bin zwar kein Fan in dem Sinne, aber ich bin ein neugieriger Mensch und natürlich beobachte ich das Ganze. Die Entwicklungen um den Fußball herum nehme ich sehr genau wahr.

Der windige Spielerberater heißt auch noch Zombroni. Da bedarf es keiner großen Transferleistung, dass er der wahre Zombie ist.
Ja, Leute wie Zombroni gibt es und sie korrumpieren den Fußball. Aber die wahren Zombies im Film sind die Fans.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden