28.09.2008

Rangnick maulig nach dem 4:5

»Sind nicht die Globetrotters«

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick ist zu enttäuscht, um Lob für das 4:5-Spektakel gegen den SV Werder Bremen anzunehmen. »Es soll mir keiner sagen, wie toll das war«, weist er alle Komplimente zurück.

Interview: Thomas Lipinski Bild: Imago
Rangnick maulig nach dem 4:5
Herr Rangnick, Sie haben als Neuling beim Vizemeister Werder Bremen eines der spektakulärsten Spiele der Bundesliga-Geschichte geboten, am Ende aber 4:5 verloren. Sind Sie stolz auf die Leistung oder enttäuscht über das Ergebnis?

Wir sind brutal enttäuscht über das Ergebnis, und es soll mir keiner sagen, wie toll das war, wie super wir gespielt haben. Wenn wir so nach einem 1:4 zurückkommen und am Ende in Überzahl spielen, darf es nicht 4:5 ausgehen. Wir hätten das Spiel nicht nur gewinnen können, sondern sogar müssen.



Sind Sie nach dem 4:4-Ausgleich ins Verderben gestürmt?


Das glaube ich nicht. Es ist doch selbstverständlich, dass wir nach dem 4:4 auf drei Punkte spielen, was denn sonst? Wir haben uns dann von einem langen Ball komplett hinterläufig machen lassen, das ist ein Stück weit naiv, das ist taktisches Fehlverhalten.

Macht es Sie nicht dennoch ein bisschen stolz, zu so einem unvergesslichen Spektakel beigetragen zu haben?

Dieses Gefühl wäre gefährlich. Wir sind ja nicht unterwegs wie die Harlem Globetrotters, um die Zuschauer zu begeistern, sondern um Punkte mitzunehmen. Es war außergewöhnlich, aber richtig außergewöhnlich wäre es gewesen, wenn wir 5:4 gewonnen hätten, und das war hier nach dem 4:4 mehr als möglich.

Sie haben unter der Woche Ihren Torhüter Ramazan Özcan als zu zögerlich kritisiert. Wie haben Sie jetzt seine Leistung gesehen?

Es geht nicht darum, einzelne Spieler zu bewerten. Mir geht es um Entwicklungen. Das ist bei uns etwas anders, wir machen keine Vogel-Strauß-Politik, sondern arbeiten an solchen Dingen. Ramazan hat jetzt 26 Pflichtspiele für uns gemacht, davon haben wir 17 gewonnen und 14 zu Null gespielt. Da brauchen wir über seine Qualität nicht zu reden. Er ist ein junger Spieler, es geht darum, dass er sich weiterentwickelt. Aber er steht überhaupt nicht zur Diskussion.

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