14.12.2012

Rainer Bonhof und Bulle Roth über Bayern vs. Gladbach

»Da ging es um die Wurst«

Die Spiele zwischen Gladbach und Bayern waren in den siebziger Jahren fußballerische Erweckungserlebnisse. Passend zum großen Klassiker am Freitagabend erinnern sich Franz »Bulle« Roth und Rainer Bonhof an die großen Schlachten um die Meisterschaft.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago


Konnte man Gerd Müller überhaupt ausschalten?
Rainer Bonhof: Im Prinzip nicht. Wir mussten bei den Spielen gegen Bayern deshalb immer wieder umstellen. Mal spielte ich gemeinsam in der Doppelachse als Innenverteidiger gegen ihn. Oder ich spielte im defensiven Mittelfeld, und Berti übernahm ihn hinten. Beim Gerd blieb einem sowieso nichts anderes übrig, als pausenlos an ihm dran zu bleiben und die Bälle abzublocken. Aber das war bei einem wie ihm über 90 Minuten fast unmöglich. Und das Schlimmste war, wenn der Franz von hinten kam und mit dem Außenrist den Doppelpass suchte.  

Gab es ein Rezept dagegen?
Rainer Bonhof: Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich war früh genug da, um den Pass vorm Gerd abzufangen, oder ich ging ein Stück weg von ihm, ließ ihn seine berühmte Drehung machen und grätschte dann in den Ball.  
Franz Roth: Der Dicke rieb die Gegner auf. Berti Vogts hatte kein Problem damit, der wollte eh keine Tore schießen. Aber der Rainer sollte sich zwischendurch ja auch mal ins Angriffsspiel einschalten, aber das war unmöglich, denn den Dicken durfte man nicht eine Sekunde aus den Augen lassen.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden