Rafinha über die alte Liebe Schalke

»Ich liebe die Bundesliga!«

Fünf Jahre lang begeisterte der Brasilianer Rafinha als rechter Verteidiger von Schalke 04 die Bundesliga – dann wechselte er überraschend zum Serie A-Klub CFC Genua. Ein Gespräch über Magath, Rangnick und die alte Liebe Gelsenkirchen. Rafinha über die alte Liebe Schalke

Rafinha, Schalke steht im Halbfinale der Champions-League, da wo Sie immer hin wollten – sind Sie ein bisschen neidisch auf ihre Ex-Kollegen?

Rafinha: Nein, Ich freue mich für meine Kollegen. Ich bin im Herzen immer noch ein Schalker, und drücke ihnen heute fest die Daumen. Neidisch bin ich nicht, denn ich habe selber für Schalke in der Champions-League gespielt und kenne dieses schöne Gefühl.

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Glauben Sie dass Schalke, trotz der gestrigen Heimpleitem, nochmal ein Wunder schaffen kann?

Rafinha: In einem Halbfinale ist alles möglich. Natürlich ist Manchester United der große Favorit, aber ich denke, die wissen gar nicht wie stark Schalke 04 wirklich ist. Das könnte ein Vorteil von Schalke werden.

Hat Sie der Auftritt von ihrem Ex-Klub gegen Inter Mailand verwundert?

Rafinha: Überhaupt nicht. Ich habe den italienischen Journalisten schon vorher prophezeit, dass Schalke weiterkommt. Alle hatten nur ein müdes Lächeln für mich übrig, aber am Ende habe ich ja Recht behalten.

Als Sie vor einem Monat zu Besuch in Gelsenkirchen waren, spekulierten viele schon über eine mögliche Rückkehr zum FC Schalke. Sehen wir Sie bald in der Bundesliga wieder?

Rafinha: Die Bundesliga ist mein Ziel. Ich habe fünf Jahre für Schalke gespielt und die Bundesliga lieben gelernt. Ich habe noch viele Freunde in der Stadt und auch im Verein. Von Physiotherapeut bis hin zum Busfahrer habe ich mit allen noch Kontakt.

Wenn Schalke Ihnen soviel bedeutet, warum sind Sie dann gegangen?

Rafinha: Wegen Felix Magath. Er ist ein guter Trainer mit einer erfolgreichen Philosophie, aber das war nicht meine Philosophie. Wir Brasilianer brauchen Spaß und Spaß hatte ich unter Magath nicht. Ich habe zwar immer gespielt, aber er war nie mit mir zufrieden und ich auch nicht mit ihm. Es hat einfach nicht gepasst zwischen uns. Deshalb war eine Trennung nur logische Konsequenz.

Jetzt ist mit Ralf Rangnick wieder der Trainer auf Schalke, der Sie 2005 aus Brasilien nach Gelsenkirchen holte. Hat er schon bei Ihnen angerufen?

Rafinha: Nein. Aber darum kümmert sich mein Berater. Trotzdem muss ich sagen, dass Ralf ein toller Trainer ist. Er war nach der Trennung von Magath die beste Lösung für den Verein.

Rafinha, Sie schwärmen so von der Bundesliga. Gefällt es Ihnen etwa nicht in Italien?

Rafinha: Doch, mir geht es gut. Jeder Wechsel in ein neues Land lohnt sich. Aber die Bundesliga ist einfach besser organisiert als die Serie A. Die Stadien sind immer voll und der Fußball ist weitaus attraktiver und offensiver. In Italien stellen sich die Mannschaften teilweise 90 Minuten lang hinten rein um einen Punkt mitzunehmen. In der Bundesliga ist das anders. Da versuchen selbst Abstiegskandidaten am Spiel teilzunehmen. In der Bundesliga ist mein Spiel einfach besser aufgehoben.

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