13.02.2014

Radiokommentator Alexander Bleick über die Bundesligakonferenz

»Den Schiri in der Halbzeit festgehalten«

Für Millionen Fans ist die Bundesligakonferenz am Samstagnachmittag ein festes Ritual. Zum heutigen »Tag des Radios« sprachen wir mit Reporter Alexander Bleick über die Konkurrenz aus dem Internet, seine Sternstunde bei der Meisterschaft der Herzen 2001 und das Vorbild Gerd Rubenbauer.

Interview: Ilja Behnisch Bild: Imago

Alexander Bleick, Sie sind seit 1986 Radiokommentator der Bundesligakonferenz. Gab es für Sie ein Vorbild?
Der beste von allen bleibt für mich Gerd Rubenbauer. Er hatte zu seiner aktiven Reporterzeit eine sagenhafte Mischung, verfügte sowohl über die nötige Kompetenz als auch über eine starke Stimme. Zudem besaß er einen tollen Sprachschatz, mit dem er die Spiele wunderbar plastisch und humorvoll schildern konnte.

Wie verlief Ihr Werdegang als Reporter?
Ich habe schon als kleines Kind Samstag für Samstag vor dem Radio gesessen und die Konferenz gehört. Und schon damals war es immer mein Traum, eines Tages selbst zu kommentieren.

Dann haben Sie eine journalistische Ausbildung absolviert?
Ganz im Gegenteil. Ich habe BWL studiert.

Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet.
Während des Studiums habe ich begonnen, freiberuflich für den NDR zu arbeiten. Als Kommentator habe ich dann in der dritten Liga angefangen.

Können Sie sich noch an Ihr Debüt erinnern?
Concordia Hamburg gegen den Lüneburger SK. Am 8. Januar 1982. Dann folgten Spiele der zweiten Liga, ehe ich 1986 mein erstes Bundesligaspiel kommentieren durfte: HSV gegen Eintracht Frankfurt.

Für das Fernsehen sind Sie bei Schwimmwettbewerben im Einsatz. Worin liegen die größten Unterschiede zum Radio?
Im Radio ersetzt man dem Hörer die Augen, man beschreibt also, was man sieht. Im Fernsehen hingegen kommentiert man, was der Zuschauer  nicht sieht. Das ist so ähnlich wie beim 11FREUNDE-Liveticker, der auch eher pointiert umschreibt, anstatt einfach nur das Geschehen wiederzugeben.

Sehen Sie den Liveticker als Konkurrenz zur Radioreportage?
Ich würde eher von einer Ko-Existenz sprechen, einer Ergänzung. Wer nicht im Stadion ist, und das Spiel nicht am Fernsehen verfolgen kann, der schaltet das Radio ein. Der Liveticker ist eher Zusatz.

Wie steht es um die Konkurrenz durch das Internet-Radio?
Ich bewerte das grundsätzlich positiv. Wettbewerb ist gut, weil er wach hält. Und auch im Internet gibt es einige sehr gute Kollegen. Alles in allem bin ich aber der Überzeugung: Die Qualität der ARD-Radiokonferenz ist höher.

Das sehen offenbar auch die Hörer so. Jeden Samstag schalten über acht Millionen Menschen ein.
Dabei gibt es meiner Meinung nach zwei Arten von Fan. Auf der einen Seite den Enthusiasten, der so nah wie möglich dabei sein will, aber kein Pay-TV bezahlen möchte. Auf der anderen Seite den Fußball-Interessierten, der die ARD-Bundesligakonferenz  im Haushalt oder außer Haus nebenbei hört.

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