Politiker will Finke zum FC Basel lotsen

»Er ist der Richtige«

Nach dem grandiosen Scheitern des FC Basel in der Champions League werden Forderungen nach einem Trainerwechsel laut. Nun will der Basler Politiker Heinrich Ueberwasser Volker Finke holen. Bloß wie? Politiker will Finke zum FC Basel lotsenImago

Herr Ueberwasser, Sie haben eine Aktion gestartet, die zur Verpflichtung von Volker Finke beim FC Basel führen soll. Warum?

Der FC Basel ist nach dem Aus in der Champions League an einem Punkt angekommen, an dem ein Trainerwechsel die besten Perspektiven bietet. Christian Gross hat mit Basel viel erreicht. Jetzt könnte er einen ehrenvollen Abschied feiern. Und Volker Finke ist meiner Meinung nach der richtige Nachfolger.

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Wie kommen Sie ausgerechnet auf Volker Finke?

Schon seit 1993 bin ich Dauerkartenbesitzer beim FC Basel und auch beim SC Freiburg. So konnte ich Volker Finke lange Zeit miterleben und bin ein großer Fan von ihm geworden. Und das sowohl in den schönen Aufstiegszeiten, als auch in Zeiten des Misserfolgs.

Was gefällt Ihnen denn besonders an ihm?

Dass er ein Fachmann ist, wissen wir ja alle. In Freiburg war er aber auch eine Identifikationsfigur, die jahrelang das Umfeld des Vereins geprägt hat. Er hat den Fanblock zum größten Jugendtreff Freiburgs gemacht. Dass er eben auch gesellschaftspolitische Verantwortung übernahm, ist dann noch das Sahnehäubchen. Gerade der Zusammenhalt zwischen Fans und Verein ist auch ihm zu verdanken. Und das braucht auch der FC Basel. Traineralternativen wie Lothar Matthäus oder Ciriaco Sforza könnten diese Qualitäten nicht vereinen und passen somit nicht zu diesem Verein.

Für ihre Aktion »Wir sind Finke« in Basel erhoffen Sie sich eine breite Unterstützung der Fans. Werden die Fans diesen Trainerwechsel begeistert aufnehmen?


Am Beispiel Freiburg wurde deutlich, was eine Fanaktion bewirken kann. Damals hatte ich auch für Volker Finke unterschrieben, war aber nie gegen Robin Dutt. Der Erfolg gibt ihm jetzt auch recht. Die Basler Fans haben die ganze Geschichte ja mitbekommen. Volker Finke ist kein Unbekannter bei uns. Vor allem da der SC Freiburg bei uns immer als so etwas wie der kleine Bruder vom FC Basel angesehen wurde. Und schon immer wurde dem Trainer Finke Wohlwollen und Sympathie von Fanseite her entgegengebracht. Ich habe ein starkes Bauchgefühl, dass Finke akzeptiert werden würde.

Vergleichen wir mal die beiden Vereine. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede?

Beide Vereine haben großartige Fans! Allerdings hat der SC Freiburg die größere grenzüberschreitende Ausstrahlung. Und das, obwohl Basel schon lange oben in der ersten Liga mitspielt. Aber eben eher etwas langweilig und unbemerkt. Wenn’s beim SC richtig gut läuft, dann scheint ganz Freiburg angesteckt zu werden von der Begeisterung. Der Sportclub ist ganz einfach innovativ und hungrig, ohne gierig zu sein.

Es könnte ja auch sein, dass Finke scheitert, sollte er nach Basel kommen.


Natürlich könnte das passieren. Würde dieser Fall eintreten, ließe sich das auch nicht ändern. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass Volker Finke nicht scheitert, sondern dem FC Basel eine Perspektive geben kann, die mit Ausstrahlung, Spielkultur und Fankultur ausgefüllt ist. Abgesehen davon weiß man noch nicht einmal, ob er ein Angebot überhaupt annehmen würde.

Das Deutsche Sportfernsehen hat gemeldet, es sei sicher, dass Finke Trainer in Japan wird. Kommt Ihre Initiative nicht ein wenig spät oder ist sie gar ein Publicitygag?


Ein Anruf von FCB-Präsidentin Gigi Oeri in Japan könnte Volker Finke vielleicht bewegen statt des unsicheren japanischen Experiments mit Basel noch einmal ein großes Projekt anzupacken. Japan ist nicht Finkes Welt. Auch bei den Georgien-Plänen Finkes gab es offenbar ein Scheitern in letzter Minute. So gesehen ist es nicht zu spät. Leider ist die Lage des FC Basel für Gags viel zu ernst. Mit dem FC Thun ist schon einmal ein Schweizer Champions League-Teilnehmer ins Nichts gestürzt.


Mit freundlicher Genehmigung der
»Badischen Zeitung«.

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