Philipp Markhardt zum Fall Hopp

»Das ist die falsche Richtung«

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Beim Bundesliga-Spiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund sorgte nicht nur der 4:1-Heimsieg des Bundesliga-Neulings für Gesprächsstoff. Ein Dortmund-Fan brachte ein Banner, das Dietmar Hopps Gesicht in einem Fadenkreuz zeigte, ins Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Darunter stand geschrieben: »Hasta La Vista Hopp«. Hopp erstattete Anzeige und der DFB kündigte an, das Verhalten gegenüber dem Milliardär intensiver zu beobachten. Pöbeleien in den Bundesligastadien sollen künftig sportgerichtlich geahndet werden.

Herr Markhardt, der DFB will das Fan-Verhalten bei Begegnungen mit 1899 Hoffenheim genauer beobachten und Pöbeleien gegen Dietmar Hopp sportgerichtlich ahnden. Finden Sie diese Reaktion gerechtfertig?

 
Nein, überhaupt nicht. Es gibt genügend Spieler und Trainer die auch beschimpft und angepöbelt werden. Dietmar Hopp kann froh sein, dass er mit seinem Klub nicht in den 90er Jahren aufgestiegen ist. Der Verein wäre weinend zusammengebrochen. Aber was soll Herr Zwanziger auch machen? Sein Sohn leitet schließlich die Frauenfußballabteilung in Hoffenheim.
 
Macht »Pro-Fans« es sich zur Aufgabe bei Spielen gegen Hoffenheim, zu Fairness gegenüber Dietmar Hopp aufzurufen?
 
Nein, wir kümmern uns um andere Dinge als um den Seelenfrieden von Dietmar Hopp. Uns ist das vollkommen egal. Die Ziele, die wir haben, sind ganz andere. Uns geht es um die voranschreitende Kommerzialisierung im Fußball. Sicherlich ist der Name Hopp in diesem Zusammenhang ein Begriff aber wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an weder für noch gegen Herrn Hopp einzuspringen.
 
Hat sich der DFB aufgrund der Pöbeleien gegen Dietmar Hopp schon an Sie gewandt?
 
Nein. Weder DFB noch DFL haben sich gemeldet. Ich halte das auch für völlig überflüssig und sinnlos, wenn sie das machen würden. Es würde sich sowieso keiner den Mund verbieten lassen. Die Pöbeleien würden trotzdem stattfinden.

Wie beurteilen Sie die Aktion des Dortmund-Fans, der das Fadenkreuz-Banner im Stadion ausrollte?
 
Ich kann verstehen, dass jemand über die Art und Weise, wie Hoffenheim in die erste Bundesliga gekommen ist, nicht glücklich ist. Das bin ich auch nicht. Aber Hopp im Fadenkreuz – das hat kein Stil. Ich finde es übertrieben. Seine Meinung gegenüber Hoffenheim und Hopp kann man auch witzig und kreativ verpacken. Die Dortmunder hatten auch ein Spruchband, auf dem stand zu lesen: »Tradition schlägt jeden Trend«. Das wird noch in mehreren Stadien zu sehen sehen.

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