19.05.2008

Philipp Lahm im Interview

»Mit Barca war es sehr konkret«

Nationalspieler Philipp Lahm, 24, über seine Vertragsverlängerung beim FC Bayern bis 2012, die Hoffnungen, die er mit dem künftigen Trainer verbindet, Defizite des Klubs, das Angebot vom FC Barcelona – und Omas Essen.

Interview: Andreas Burkert Bild: Imago
Philipp Lahm im Interview
Herr Lahm, vor gut drei Wochen hat der FC Bayern sein Angebot zur Vertragsverlängerung zurückgezogen, nachdem Sie bewusst eine Frist verstreichen ließen. Jetzt gibt es doch eine Einigung?

Ja, es hat zwar etwas länger gedauert, weil diese Entscheidung eben meine nächsten Lebensjahre betrifft. Aber jetzt habe ich, am Freitagmorgen, beim FC Bayern vorzeitig für weitere drei Jahre verlängert, also bis 2012, und ohne Ausstiegsklausel.



Dabei tendierten Sie lange zum Ausland, zum FC Barcelona.

Ja, aber ich habe immer gesagt, dass alles noch offen ist. Es ist doch klar, dass sich jemand mit 24 Jahren ausgiebig Gedanken über seine sportliche und persönliche Zukunft machen möchte, wenn er Angebote von europäischen Topklubs erhält. Doch jetzt hat es viele gute Gespräche mit dem Vorstand des FC Bayern, aber auch mit dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann gegeben; vorletzten Donnerstag haben wir alle lange zusammengesessen. Und dabei habe ich eine sehr große Aufbruchsstimmung gespürt.

Vor allem Jürgen Klinsmann hat Sie offenbar überzeugt.

Ich habe ja gesagt, dass ich meine Entscheidung nie vom Trainer abhängig machen wollte. Aber klar begrüße ich Jürgen Klinsmann sehr gerne hier in München. Und er hat mir deutlich gemacht, wie die Zukunft hier aussehen soll. Ich kenne ihn ja noch aus der Nationalmannschaft und verstehe mich gut mit ihm. Und ich glaube, dass sein Weg auch in München funktionieren wird. Ich weiß außerdem, wie viel Willen er da jetzt reinsteckt und dass er jeden Spieler gleich behandelt. So muss auch ich mich wieder neu beweisen. Und genau diese Herausforderungen will ich.

Bei den Bayern hat man in Ihrem Zusammenhang nach der WM 2006 häufiger von Stagnation gesprochen.

Ja, aber ich habe meine Entwicklung eher positiv gesehen. Klar, ich habe letztes Jahr 60 Spiele gemacht, da ist doch logisch, dass da auch nicht so gute dabei waren. Aber das ist natürlich auch ein Grund, weshalb ich lange überlegt habe: Hier wurde häufiger gesagt, ich komme mit meiner Entwicklung nicht voran. Doch das ist ja auch schwer in der Bundesliga. Denn die Zahlen aus England und Spanien sind ja bekannt, dort wird mit mehr Tempo und Genauigkeit gespielt, die Spieler werden früher angegriffen - in der Bundesliga wird einfach ein anderer Fußball gespielt.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden