Ihr Derby-Siegtor-Trikot vom Februar 2011 …
Mattuschka: Das hängt bei mir immer noch im Schrank. Ich will jetzt nicht sagen, dass es einen Ehrenplatz hat, aber ich weiß schon, wo es hängt.
Peter Niemeyer hat im September 2010 beim 1:1 in der Alten Försterei das erste Derbytor überhaupt geschossen.
Niemeyer: Aber es war kein Siegtor. Fragen Sie mich also bitte nicht, was aus dem Trikot damals geworden ist. Wenn ich diesmal das Siegtor machen sollte, werde ich das Trikot wohl doch behalten. Dann wird’s nichts mit dem Tausch. Sorry, Torsten.
Gut zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist das Derby zwischen Union eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Berlin noch zweigeteilt ist in Ost und West.
Niemeyer: Ich bitte Sie! Ost oder West, das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Ich wohne im Westen, aber ich gehe auch ganz gern mal in den Osten, weil es da großartige Restaurants gibt. Ich bin öfter in Mitte …
… und in Marzahn?
Niemeyer: Da war ich noch nicht, aber das liegt vor allem daran, dass Berlin so riesengroß ist. Da bleibst du halt in deinem Kiez.
Mattuschka: Ich gehe auch ganz gern zu Burger King, da isst du im Osten genauso gut wie im Westen. Nee, kleiner Spaß. Ich bin neugierig und offen für alles. Ost und West sind Geschichte, wir leben in einem vereinten Deutschland. Damit will ich die Vergangenheit nicht kleinreden. Die alten Ost-Duelle gegen Cottbus oder Dresden oder Aue sind für unsere Fans auch verdammt wichtig.
Wenn denn alles so nivelliert ist – könnten Sie sich auch vorstellen, mal für den jeweils anderen Klub zu spielen?(Schweigen)
Mattuschka: Ich bin fast 32, da stellt sich die Frage zum Glück nicht mehr. Ich spiele jetzt im achten Jahr bei Union, fühle mich wohl und möchte meine Karriere hier beenden. Ich will hier nicht mehr weg. Auch nicht zu Hertha.
Niemeyer: Ich hab vor kurzem meinen Vertrag bei Hertha um vier Jahre verlängert. Da kann ich mir schwer, nein: überhaupt nicht vorstellen, innerhalb der Stadt zu wechseln.
Kennen Sie eigentlich das Lied der Union-Fans für Torsten Mattuschka?
Niemeyer: Wenn ich jetzt ja sage – muss ich es dann vorsingen?
Mattuschka: Unbedingt!
Niemeyer: Sagen wir mal so: Ich hab davon gehört.
Durch so ein Tor im Derby kann man zum auf ewig in der Kurve besungenen Held werden.
Niemeyer: Auch wenn ich noch nicht so lange in Berlin bin, weiß ich schon, dass Torsten schon lange eine Ikone bei Union ist. Den Song gab’s schon vor seinem Siegtor gegen uns. Ich hab auch im Derby ein Tor geschossen und immer noch kein Lied.
Mattuschka: Tja, haste Pech gehabt.
Dieses Interview erschien zuerst im Tagesspiegel