21.11.2008

Peter Neururer im Interview

»Ich bin kein Handaufleger«

Peter Neururer ist zurück. Mit dem MSV Duisburg will er nun den Aufstieg in die 1. Liga schaffen. Ein Gespräch über falsche Freunde, verschenkte Zeit und den illusorischen Traum, in den nächsten 30 Jahren die Schale zu gewinnen.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Peter Neururer, wie gut kannten Sie sich mit dem MSV Duisburg aus, bevor Ihr Vorgänger Rudi Bommer in die Kritik geriet?

Ich kannte jeden Spieler. Das war ja in den letzten zwei Jahren meine einzige Aufgabe: mich in der Szene auskennen.

Sie mussten sicherlich in den ersten Gesprächen mit Präsident Hellmich bereits Lösungsvorschläge präsentieren.

Ich brauche keine Lösungsvorschläge. Ich bin nicht derjenige, der die Hand auflegt oder Rezepte dabei hat. Ein Neururer alleine kann hier nicht viel bewirken. Da gehören natürlich auch die Fans zu, die Mannschaft, das Umfeld. Wir alle müssen unsere Gemeinsamkeiten finden, um ein realistisches Ziel anzugehen.

Was haben Sie sich überlegt, um den MSV wieder auf Kurs zu bringen?

Am besten wäre ein Sieg gegen den FSV Frankfurt, um die Glaubwürdigkeit herzustellen. Dann gibt es ein kleines Derby gegen Rot Weiß Oberhausen, das wir mit unseren Ansprüchen auch gewinnen müssen. Wenn wir diese Spiele für uns entscheiden, haben wir bis zur Winterpause sicherlich noch die Möglichkeit, wieder unter die ersten zehn zu rutschen. Sollten es dann nur noch fünf, sechs Punkte zu den Aufstiegsplätzen sein, können wir in der Rückrunde noch einmal richtig angreifen.

Werden Sie mit dem aktuellen Kader in die Rückrunde gehen?

Den Begriff »aussortieren« finde ich einfach scheiße – aber ich möchte nach der Winterpause nur noch mit 22 Spieler konzentriert arbeiten. Es ist mit dieser Mannschaft noch alles drin. Aber erst einmal müssen wir die nächsten Spiele erfolgreich gestalten, um wieder eine Perspektive zu haben.

Gehen Sie die Aufgabe in Duisburg anders an als Ihre bisherigen Engagements?

Man muss jede Aufgabe differenziert betrachten. Jedes Engagement hat andere Zielsetzungen, andere Hintergründe, andere Basen. Ich kann nicht in Duisburg eine Schublade aufmachen und den Peter Neururer vom 1. FC Köln oder von Schalke 04 herausziehen. Es gibt da, wie schon gesagt, keine Rezepte. Beide Seiten müssen einfühlsam miteinander umgehen und dann passt es – oder es passt eben nicht. Aber ich gehe davon aus, dass es passt.

Wie lange werden Sie brauchen, um wieder voll in Ihrem Element zu sein?

Von dem alten Feuer ist nichts verloren gegangen. Ich brenne genauso wie vor 20 Jahren. Ich war ja auch in den letzten Monaten nicht derjenige, der die Füße hochgelegt hat. Ich war immer mittendrin im Bundesligageschehen.

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